14.08.2008 22:39
INTERFACE III: BEYROUTH The Beirut of Education
18.-28. September 2008
@ Kulturbrauerei, Dock 11 und Haus 13/Pfefferberg
18.-28. September 2008 Einzeltermine 18. SEPTEMBER 20 UHR KULTURBRAUEREI/KESSELHAUS POPART Rami Khalifé Piano (Beirut, Paris) Bachar Khalifé Perkussion (Beirut, Paris) Peter Herbert Kontrabass (Wien, Paris) Aleksandar Petrov Taplan (Skopje, Paris) Improvisation/Jazz/klassische arabische Musik mehr Infos RAYESS BEK ORCHESTRA (Beirut, Paris) Koudaih Wael MC (Beirut, Paris) Naissam Jallal Flöte (Syrien) Yves Bittar Bass (Beirut, Syrien, Paris) Manu Sauvage Keyboard MPC (Paris) Yan Pittard Ud (Paris) Rap Orchestra mehr Infos 20. SEPTEMBER 20 UHR KULTURBRAUEREI/KESSELHAUS KHOURY TRIO (Jordanien, Paris) Elia Khoury Ud Basil Khoury Violine Osama Khoury Kanun klassische arabische Musik mehr Infos TRADITIONAL RENEWAL BEIRUT Fadia Tomb El-Hage Gesang (Beirut) Gilbert Yammine Kanun (Beirut, Ulm) Orientalische mediterrane und traditionelle libanesische Songs mehr Infos 25. SEPTEMBER 20.30 Uhr DOCK 11 ORIENTAL SPACE Mazen Kerbaj Saxophon, Trompete (Beirut), Sharif Sehnaoui – E-Gitarre (Beirut), Franz Hautzinger – Trompete (Wien), Helge Hinteregger – Elektronik (Wien) In Zusammenarbeit mit musikprotokoll/steirischer herbst Graz mehr Infos IMPROV BEIRUT INTERNATIONAL Heather O’Donnell Keyboard, Piano (Berlin) Sabine Vogel Flöte, Elektronik (Potsdam) Tony Buck Schlagzeug (Berlin) Joëlle Khoury Piano (Beirut) Improvisation mehr Infos 27. September 2008 Haus 13 Pfefferberg 17 Uhr PODIUMSDISKUSSION: ...as seen from the middle of east... Moderation: Christian Scheib und Oliver Schneller mit: Elia Koussa, Mazen Hussein, Saed Haddad, Joëlle Khoury, Samir Odeh-Tamimi, Sebastian Meissner ua . 20 Uhr Konzert I « Innere Ferne » Innere Ferne (1995) 4' (u.U. 9 Min) BEA für Bass Flöte, Horn, Vibraphon und Harfe Karim Haddad Libanon Skelet (1995 ) 20' für Posaune, Akkordeon, Perkussion, Djoze Vinko Globokar Slovenien Le contredésir (2004) 14' für Horn, Klarinette und Cello Saed Haddad Jordanien Kmatim (2006) 11’ UA der revidierten Fassung (2008) für Flöte, Klarinette, Harfe, Piano, Perkussion Yoav Pasovsky Israel „Dialog mit Mugam“ (2003) 10’ BEA für Flöte, Klarinette, Perkussion, Piano, Violine, Viola, Violoncello Rena Gely Aserbaidschan Madih (2007) 10’ für Ensemble und 4 arabische Instrumente Samir Odeh-Tamimi Palästina dazwischen und danach: traditionelle arabische Musik für Ud, Kanun, Nai, Djoze und Perkussion (Ensemble Sidare) mehr Infos ENSEMBLE SIDARE mit traditioneller arabischer Musik Saad Thamir Gesang, Perkussion, Komposition Bassem Hawar: Djoze (irakische Kniegeige) Jamil Al-Asadi: Kanun Layt Abdul Ameer: Ud Adnaan Shanan: Nai Ensemble United Berlin / ENSEMBLE SIDARE, Köln Dirigent: Ferenc Gabor mehr Infos Podiumsdiskussion: in Zusammenarbeit mit musikprotokoll/steirischer herbst Graz. Konzert in Kooperation mit musikprotokoll/steirischer herbst Graz. Konzertprogramm: Elke Moltrecht und Oliver Schneller. 28. September 2008 Haus 13 Pfefferberg 20 Uhr Konzert II « Scars» Silent Prayers (2002) 14' für Bratsche, Cello und Klavier Iyad Mohammed Jordanien/Palästina Trio (2005) 8' BEA für Flöte, Geige und Gitarre Elia Koussa Libanon Memoires (2006) 8’ elektroakustische Komposition Mazen Hussein Syrien No one to speak their names (now that they are gone) 11' BEA für E-Gitarre, Streichtrio und live-Elektronik (2001) Karim Haddad Libanon Scars (2001) 13’ DEA für Klavier, 2 Schlagzeuger und live-Elektronik und Video Nahla Mattar Ägypten und Joan Karlen, Video (USA) ...Kein Anfang. Kein Ende... (2008) UA ca. 8’ für Stimme und fünf Instrument Saed Haddad Jordanien Textzusammenstellung: Almut Bruckstein nach Texten von Mahmoud Darwish und Paul Celan ensemble courage, Dirigent: Manuel Nawri
@ Kulturbrauerei, Dock 11 und Haus 13/Pfefferberg
Stichworte: Interface Festival Beirut Musik Lesung Diskurs
INTERFACE III: BEYROUTH The Beirut of Education
Musik-Bild-Diskurs
Das Festival präsentiert mit Partnern wie Piranha Events, radiomultikulti, der Kulturbrauerei, dem Haus 13/Pfefferberg und im DOCK 11 nicht nur eine künstlerische Vielfalt, wie sie in Berlin noch nicht gezeigt wurde wurde, sondern stellt neben die Konzerte, Lesung und Podiumsdiskussion eigens für das Festival initiierte Kooperationsprojekte zwischen Musikern aus Beirut, Berlin, Deutschland und Europa zusammen.
Musik-Bild-Diskurs
18.-28. September 2008
KONZEPT
Es ist die aufgeladene Symbolkraft des Namens, die dieser Stadt auch aus der Ferne, auch wenn man sonst nichts von ihr weiß, seit Jahrzehnten eine besondere Bedeutung verleiht. Die Gründe für diese Aufgeladenheit, diese Extreme zwischen Weltoffenheit und Bürgerkrieg, zwischen Toleranz und Religionsenge, zwischen Aufbruch und Einbruch scheinen sich in die Arbeit der Künstler dieser Stadt, dieses Landes mehr eingeschrieben zu haben, als wir uns das vorstellen können. Daraus kann man lernen, daran kann man seine eigenen künstlerischen, gesellschaftspolitischen, ästhetischen Wahrnehmungen schärfen und zugleich Solidaritäten wachsen lassen.
Die Symbolkraft des Namens: Eine Generation im Westen ist damit aufgewachsen, vom Libanon als der prosperierenden Schweiz des Nahen Ostens zu hören. Für die Generation danach war Alles anders: Ende der 70er Jahre, die New York Times schreibt über das Katastrophale der Zustände des eigenen Bildungssystems und titelt „The Beirut of Education“. Der Name der Stadt war zum Synonym für Desaster geworden. Und als 2006 nach längerer Zeit wieder kurzfristig offener Krieg ausbricht, reagiert die nun dort lebende Generation von Künstlern sofort, wütend, verzweifelt, oder auch beides zusammen und sarkastisch wie der Zeichner und Musiker Mazen Kerbaj, auf dessen weblog folgender berühmt gewordener Eintrag zu einem downloadbaren mp3-file zu finden ist: „Starry Night, a minimalistic improvisation by mazen kerbaj / trumpet and the israeli air force / bombs. recorded by mazen kerbaj on the balcony of his flat in beirut, on the night of 15th to 16th of july 2006”.
„Beyrouth“ The Beirut of Education will in Achtung vor der Arbeit der dort lebenden und arbeitenden Künstlerinnen und Künstlern und auch vor der Arbeit jener, die am Aufbau von Infrastruktur für Kultur und Kunst arbeiten, das böse Diktum vom Beirut of Education umdeuten in jene Education für uns, in jenes Lernen von den Künstlern dieser Stadt, das uns deren Kunst ermöglicht.
Sich mit der radikalen Arbeit von Künstlern aus dieser Stadt auseinander zu setzen, diese Arbeit in andere Städte zu holen, in Beziehung zur Arbeit in anderen Städten zu setzen, folgt primär künstlerischen Interessen, Neugierden, Zielen. Aber die Arbeit dieser Künstler ist per se so aufgeladen mit einer Direktheit von sich widerspiegelnden Lebensumständen, dass es daraus mehr und anderes abzulesen, letztlich eben zu lernen gibt, als einfach nur “Kunst” oder “Musik” zu erfahren.
ZUM PROGRAMM
Ob nun die äußerst aktiven, weltoffenen und selbstbewussten freien Improvisatoren der Stadt rund um MILL, mit ihrem Festival Irtijal und ihrem Label Al Maslakh oder ganz andere Musikszenen, wie die Rapper des Rayess Bek Orchestras oder die Werke der Komponisten aus dem Libanon und angrenzenden Ländern, europäisch-libanesische Improvisationen oder der Diskurs "...as seen from the middle of east...“ mit eingeladenen Künstlern und Musikern aus Beirut und Berlin, oder auch Musiker, die im kritischen Wiederaufgreifen alter Musiziertraditionen Haltung und Selbstverständnis suchen: dass Kunst und Leben nicht zu trennen sind, dass Kunst immer auch etwas vom Leben will, so wie das Leben etwas von der Kunst will, das mag, wenn die Präsentation wie in diesem Projekt das nicht verheimlicht, sondern betont, das mag westliches Publikum irritieren, herausfordern, beglücken, aufklären, solidarisieren – und was könnte Kunst Besseres wollen.
Das Festival präsentiert mit Partnern wie Piranha Events, radiomultikulti, der Kulturbrauerei, dem Haus 13/Pfefferberg und im DOCK 11 nicht nur eine künstlerische Vielfalt, wie sie in Berlin noch nicht präsentiert wurde, sondern stellt neben die Konzerte, Lesung und Podiumsdiskussion eigens für das Festival initiierte Kooperationsprojekte zwischen Musikern aus Beirut, Berlin, Deutschland und Europa zusammen.
Das Festival wird finanziert aus Mitteln des Hauptstadtkulturfonds. Mit freundlicher Unterstützung durch die Robert-Bosch-Stiftung. In Kooperation mit musikprotokoll/steirischer herbst Graz. Spezieller Dank an Christian, Scheib, Saed Haddad und Oliver Schneller.
Stand: August 2008
Konzept/Programm: Elke Moltrecht
Produziert in Kooperation mit Piranha Events
PR/Öffentlichkeitsarbeit Frank Klaffs
Quelle:
Frank Klaffs
www.x-tract-production.de