15.08.2008 12:33
KREUZTANBUL - Interkulturelles zwischen Kreuzberg und Istanbul in Ton, Bild und Wort
10.-17. Oktober 2008
Konzerte – Installationen – Filme – Talk
@ Lido, Radialsystem V, Haus 13/Pfefferberg, SO 36, Galerie zero, Galerie Vorspiel
Stichworte: Konzerte – Installationen – Filme – Talk
KREUZTANBUL - Interkulturelles zwischen Kreuzberg und Istanbul in Ton, Bild und Wort - 10.-17. Oktober 2008
(U.a. mit MERCAN DEDE, BATUR SÖNMEZ, TANER AKYOL TRIO, METIN & KEMAL KAHRAMAN - mit klassischer türkischer Musik, über Improvisation, experimentelle Musik, Elektronik und Elektroakustik, Rock bis hin zu Klangkunst und Kooperationen zwischen deutschen und türkischen Musikern.)
KREUZTANBUL
Interkulturelles zwischen Kreuzberg und Istanbul in Ton, Bild und Wort
10.-17. Oktober 2008
Konzerte – Installationen – Filme – Talk
www.x-tract-production.de
HINTERGRUND: Sehen wir es mal von dieser Seite: Wir hätten nicht diesen wunderbaren Tusch der Becken in unseren Blasmusikkapellen, wären nicht die Generationen unserer Urururgroßväter vom Klang der Musik der Osmanen berauscht gewesen. Die Entführung aus dem Serail hätten wir sowieso nicht, und da wäre auch kein alla turca weit und breit. Fragen wir mal anders herum: Wer schenkt wem was, mit Absicht oder auch ohne? Was begehren und was fürchten wir? Und wie reagieren Künstler und Musiker auf diese gewollten oder ungewollten Geschenke, heute und früher?
Stichwort „Früher“ - eine kurze historische Perspektive vor dem Blick in Gegenwart und Zukunft: Um wie viel spärlicher wäre dieser Vorgang des Begehrens und Ablehnens, wenn nicht - wie Jahrhunderte lang - ein Osmanisches Reich und ein Habsburger Imperium, der „Osten“ und der „Westen“, sich an einer gemeinsamen Grenze gegenübergestanden hätten. Wenn nicht – wie im 19. Jahrhundert – Giuseppe Donizetti und ungezählte andere Komponisten aus dem Westen in Konstantinopel, dem heutigen Istanbul, gearbeitet hätten, die türkische Musik mit westeuropäischen Elementen beeinflusst und orientalische Elemente in die westliche Musik eingebracht hätten? Schon wären beide Musikkulturen nicht mehr das, was sie heute sind. Und in Kreuzberg - schon sind wir wieder in der Gegenwart – ereignen sich all diese Prozesse im Inneren einer Stadt.
KONZEPT: Das Festival fand im vergangenen Jahr erfolgreich im Ballhaus Naunyn statt. In seiner zweiten Ausgabe strömt es im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg und in Berlin aus, um im kommenden Jahr noch einen Schritt weiter zu gehen, und einen zusätzlichen Schwerpunkt in Istanbul zu setzen.
Das Festival KREUZTANBUL stellt wesentliche Positionen aus Überschneidungen und Beeinflussungen, Vorgaben und Rückflüssen, Provokationen und Bestätigungen aus den widersprüchlichen und fruchtbaren Szenen zwischen Kreuzberg und Istanbul vor.
Das Festival 2008 kooperiert mit Partnerinstitutionen in Friedrichshain-Kreuzberg (Lido, SO 36, Radialsystem V, Galerie zero, Galerie Vorspiel, Piranha), dem neu eröffneten Haus 13/Pfefferberg und rbb/radio multikulti. Das Festival strebt eine Kontinuität des kulturellen Austauschs zwischen Berlin (Kreuzberg) und Istanbul nicht nur in Hinblick auf die kommende Städtepartnerschaft zwischen Berlin und Istanbul 2009 an.
Gerade in Kreuzberg hat mindestens die Hälfte der Bewohner einen türkischen Hintergrund. Die Stärkung des kulturellen Selbstbewusstseins in Balance mit Toleranz und interkulturellem Dialog soll für diesen Stadtteil mit diesem Projekt erlebbar werden.
Mit Partnern im Kiez initiiert das Festival Konzerte, Installationen und Talks und möchte einen interkulturellen Dialog neu vorantreiben, für Kinder von 9-99 Jahren.
Musik und Kunst machen Spaß, sind voller Überraschungen. Und Musik hat von Anfang an mit Spiel zu tun – sonst gäbe es sie gar nicht. Nur leider geraten diese Selbstverständlichkeiten meist aus dem Blickfeld, wenn es um Musik als Kunst geht.
Das Motto dieses interkulturellen Projektes ist es, anzunähern, zu verführen und unerwartet gemischte Angebote zu machen. Und das ist durchaus als Herausforderung zu verstehen. Jeder Sound hat seinen Hintergrund. Und sie sind tatsächlich komplex, die sozialen und ästhetischen Vorgänge zwischen den beiden Kulturen. Die Künstler hier wie dort reagieren darauf. Manchmal ist es auch umgekehrt und die Künstler geben vor, womit sich die Mehrzahl der Betroffenen erst später auseinandersetzt, womit und woran dann Politik und auch Kulturpolitik zu arbeiten haben.
Das Programm mit Musikern und Künstlern aus Berlin und Istanbul reicht von klassischer türkischer Musik, über Improvisation, experimentelle Musik, Elektronik und Elektroakustik, Rock bis hin zu Klangkunst und Kooperationen zwischen deutschen und türkischen Musikern.
PROGRAMM
INSTALLATIONEN
Galerie zero
Eröffnung: 13. Oktober 18.00 Uhr mit Live-Performance von Batur Sönmez
Öffnungszeiten: 14.-15. Oktober 12-18 Uhr
BATUR SÖNMEZ noiseistanbul 2008, Audiovisuelle Klanginstallation Istanbul
Eintritt frei!
Galerie Vorspiel
Eröffnung: 13. Oktober, 19.30 Uhr
Öffnungszeiten: 14.-19. Oktober 18 bis 24 Uhr
ERDEM HELVACIOGLU Memories on Silent Walls Instanbul
Audiovisuelle Klanginstallation
ALPER MARAL „Das klingende Alphabet“ 2005, Hörlounge Instanbul
Audidokumentation/Soundscape Istanbul
subtItles (Award winning film about you) von EFE OZTEZDOGAN Film Istanbul
mit Musik von ALPER MARAL Istanbul
ctrl alt delete Sound Art Festival Istanbul Videodokumentation Istanbul
Eintritt frei!
TALK
15.10.2008 + Haus 13/Pfefferberg + 16 Uhr
1. Künstlerisch-musikalische Entwicklungen und Tendenzen: Istanbul - Berlin
2. Zu Ilhan Mimaroglu, Elektronikpionier der Türkei
Christian Scheib (ORF, musikprotokoll/steirischer herbst) und Cem Dalaman (rbb/radio multikulti) im Gespräch mit Pieter Snapper, Reuben de Lautour, Alper Maral, Batur Sonmez u.a.
Eintritt frei!
KONZERTE
13.10.2008 + Konzert I + Lido
21 Uhr (Einlass ab 20 Uhr)
SEARCH Berlindebüt
Ahmet Yildirim Darbuka, Dehollo Istanbul
Hikmet Yildirim Percussion Istanbul
Serdar Yayla Baglama Köln
Roman Bestion Piano, Keyboards Nantes
Antonio Sanchez Effekt Perkussion Barcelona
Neyveli Radhakrishna Double Violin Chennai ENNAI
Aleix Tobias Drums Barcelona
Guillem A. Nolis Bass Barcelona
Eintritt: 15,- €/erm. 12,- €
14.10.2008 + Konzert II + Radialsystem V Halle
20 Uhr
ERDAL ERZINCAN Baglama Baglama-Solo Istanbul
TANER AKYOL TRIO Berlin
Taner Akyol Baglama, Gesang, Kompositionen
Antonis Anissegos Piano
Nora Thiele Perkussion
TANER AKYOL TRIO
Taner Akyol Baglama, Gesang, Kompositionen
Antonis Anissegos Piano
Nora Thiele Perkussion
spezial Guest: Erdal Erzincan Baglama
Eintritt: 14,-/erm. 11,- €
15.10.2008 + Konzert III + Haus 13/Pfefferberg
18 Uhr
Einführung zu Ilhan Mimaroglu: Alper Maral
ILHAN MIMAROGLU
Erste Retrospektive des türkischen Elektronikpioniers Weltdebüt
Elektroakustische Kompositionen
Sound Diffusion: Pieter Snapper
SOQRMOM (Pieter Snapper) Istanbul, US Premiere
insan/damat (human/bridegroom)
für Live Elektronik und Video, Video: Reuben de Lautour
REUBEN DE LAUTOUR Elektronik Istanbul, NZ Premiere
Karaoke (2000 - 2008)
In Kooperation mit dem MIAM Studio in Istanbul. In Kooperation mit dem MIAM Studio in Istanbul. Spezieller Dank an Gungor und Ilhan Mimaroglu, Borusan Istanbul, Tolga Tuzun und Philip Samartzis.
Eintritt: 12,- €/erm. 7,- €
21 Uhr + Haus 13/Pfefferberg + Konzert IV
METIN & KEMAL KAHRAMAN
Metin Kahraman Gesang, Gitarre Istanbul
Mübin Dünen Ney, Backvocal Istanbul
Ahmet Tirgil Geige, Backvocal Istanbul
Umut Kahraman Viola, Backvocal Istanbul
Kemal Kahraman Saz, Gesang Berlin
Mavis Güneser Gesang Berlin
Eintritt: 14,- €/erm. 11,- €
17.10.2008 + SO 36 + Konzert V
21 Uhr Kreuztanbul Party
AYYUKA Istanbul Berlindebut
Experimenteller Avant-Rock
Özgür Yılmaz Gitarre
Ahmet Kul Gitarre
Altan Sebuktekin Bass
Alican Tezer Drums
DJ ARKIN ALLEN TRIBAL TRIO aka Mercan Dede Istanbul Berlindebüt
DJ Arkin Allen Elektronik, Nai, Bendir, Visuals (Artistic Director)
Guven Celikkaya Klarinette, Trompete
Onur Il Perkussion
Eintritt: 15,- €/erm. 12,- €
Gefördert aus Mitteln des Hauptstadtkulturfonds und der Initiative Neue Musik Berlin e.V.
Konzept/Programm: Elke Moltrecht
Programm-Mitarbeit: Izzet Nihat Yersaloglu
Produktion in Kooperation mit Piranha Events
PR/Öffentlichkeitsarbeit: Seval Sahrin/Frank Klaffs
Änderungen vorbehalten!
Stand: August 2008
INFORMATIONEN
INSTALLATIONEN
Galerie zero
BATUR SÖNMEZ noiseistanbul Klanginstallation Istanbul
Das Projekt, inspiriert vom Lebensraum, ist ein audio-visuelles Projekt, das auf Klänge, Geräusche und visuellen Momentaufnahmen der Stadt Istanbul aufbaut. Neben seiner legendären Schönheit hat Istanbul ein einzigartiges Ambiente aus Klängen und Geräuschen, das nicht alltäglich ist. Der Musiker Batur Sönmez interpretiert dieses Environment und verbindet es mit seinem künstlerischen Stil, ohne die Sounds zu analysieren. Städte werden durch die Charakteristiken ihrer Bewohner geformt und auf der anderen Seite reflektieren die Städte die Beschaffenheit ihrer Bewohner. Das Projekt kann mit einer medizinischen Studie assoziiert werden, das toxisches Material verwendet um ein Gegengift herzustellen. Anliegen des Installationsprojektes ist es, das Verhältnis zwischen der Stadt und den Geräuschen der Stadt zu reflektieren und das Material in Musik und Kunst zu übersetzen. Mit Klängen, Geräuschen, elektronischer Musik, Videos und experimenteller Verarbeitung wird noiseistanbul zu einer audio-visuellen Klangistallation, die im Auftrag des Festivals entsteht.
Batur Sönmez lebt und arbeitet in Istanbul. Seine ersten experimentellen elektronischen Industrie-Projekte realisierte er 1998. Er ist audio-visueller Künstlers sowie Kurator für experimentelle Projekte und Festivals in der türkischen Metropole. Sein Stil bewegt sich zwischen Industrial, Elektronik sowie Noise und reicht von experimenteller Musik bis hin zu Improvisationen. Zu seinen Projekten gehören Analog Suicide, Mindscan, Btr. Unit, Dadaloop, Vertebra, Radiophonik und Dead Frequencies. Darüber hinaus arbeitet er in den Bereichen Klang-, Videokunst, Multimedia und Kurz-Film. Er gehört zu den erfrischenden Motoren des experimentellen elektronischen Noise und der zeitgenössischen Kunst in der Türkei.
Galerie Vorspiel
ERDEM HELVACIOGLU Memories on Silent Walls Klanginstallation Instanbul
Was ist der Klang eines Gebäudes? Was macht ihn aus? Ist es das Timbre eines unbemannten Raumes oder die Klänge der verschiedenen Aktivitäten, die stattgefunden haben? Alle klanglichen Erinnerungen, die in den Wänden eines Gebäudes stattgefunden haben, die unerhörte Gedanken der Menschen, die die Erinnerung erlebt haben, machen den wirklichen Sound eines Gebäudes aus. Das Atatürk Cultural Center ist ein historisches Gebäude und ein Bestandteil in den Köpfen der Bürger Istanbuls. Es ist ein Phänomen, das für Moderne, Utopie und zeitgenössisches Denken steht. Es ist ein vereinsamtes und melancholisches Symbol für die Geschichte von Istanbul und der Türkei. „Memories on Silent Walls“ besteht aus den verarbeiteten und nicht verarbeiteten Aufzeichnungen der Produktionen, die im Atatürk Kulturzentrum stattgefunden haben, aus Klang des leeren Gebäudes selbst, seiner Umgebung und aus Interviews mit verschiedenen Personen, die mit dem Gebäude zu tun haben. Diese Arbeit versucht nicht nur die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des Gebäude selbst zu beschreiben, sondern fordert auch die Frage heraus: Sollte das Atatürk Kulturzentrum bestehen bleiben oder ersetzt werden?
Transferiert nach Berlin wird in der Installation der zentrale Taqsim Square, auf den die Fenster des Kulturzentrums gerichtet sind, über Video übertragen und neben die urbane Aussicht von Berlin-Kreuzberg projiziert. „Replacement of Culture and Memorial?“, eine Frage, die sich auch in Berlin immer wieder von neuem stellt.
Die Installation wurde für die Internationale Istanbul Biennale 2007 produziert.
Erdem Helvacioglu ist einer der renommiertesten elektronische Musiker, Komponisten und Künstler seiner Generation in der Türkei. Seine Musik wurde weltweit aufgeführt, so in Festivals wie The San Francisco Tape Music Festival, Sonorities Festival for Contemporary Music, Seoul International Computer Music Festival, Festival Musica Viva, Primavera en la Habana und Third-Practice-Elektroacoustic-Music-Festival. Er erhielt zahlreiche internationale Auszeichnungen für seine elektronische Musik, einschließlich der Preise von Luigi Russolo, Insulae Electronicae und Musica Nova. Sein Album "A Walk Through the Bazaar" wurde als "herausragend" von einer Reihe von internationalen Musik-Zeitschriften beurteilt. Er ist vertreten auf Kompilationen mit Musikern wie Scanner, Kim Cascone und Merzbow. Er arbeitete zusammen mit Künstlern wie Mick Karn, Kevin Moore, John Wilson, Kazuya Ishigami, Ros Bandt und Saadet Turkoz. Er erhielt Aufträge von Künstlern, Ensembles und Organisationen wie Soccer World Championship, Bang On A Can-All Stars, Todd Reynolds, Kinan Azmeh, Margaret Lancaster und Cem Duruoz. Seine Klanginstallationen waren in Los Angeles, Indonesien, Köln, London Menier und Istanbul zu sehen, seine Filmmusiken in Cannes, Sarajevo, Locarno, Seoul, Sao Paulo und Sydney zu hören. Neben seiner elektronischen Musik komponiert er für Theater-, Film-, Multimedia-Produktionen.
ALPER MARAL Das klingende Alphabet 2005 Hörlounge Instanbul
Audiodokumentation/Soundscape
Die Musik von Alper Maral steht für ein Dazwischenliegen zwischen Ost und West, für etwas Eigenständiges und Kosmopolitisches!
Das Klingende Alphabet von Istanbul: Mit einem Blick auf das einleitenden Album für Anfänger von Klaviermusik werden Sie sicher durch das Repertoire geführt, durch diese Komposition aus Klangereignissen und Soundscapes, die darauf abzielen, ein elementares Audiovokabular für den Betrachter/Hörer aufzuzeichnen – Klangereignisse, genutzt, wie die Buchstaben eines bestimmten Alphabets, die zum Subjekt für „Wörter“, d.h. Bilder und Assoziationen werden, zu Kontexten für Umgebungswahrnehmung der komplexen Metropole Istanbul und seiner lebendigen Kultur in bestimmten Bereichen – ohne irgendeine gemeinsame Konnotation.
Entstanden als Teil einer Installation für eine Designausstellung/-veranstaltung in Istanbul (2005), ist dieses Stück ist nur ein Teil eines riesigen Work in Progress" - ohne die geringste Absicht auf Vollständigkeit zu verfolgen. Es gab Aufführungen/Projektionen in drei Versionen. Die kürzeste (9'11) könnte als eine "musikalische“ Komposition betrachtet werden, die längere Version (19') eher als Klanglandschaft, abgestimmt auf ein passendes akustisches Environment, und die ultimative "Brutto"-Version von 40'49 " ist die “gekrönt Audio-Dokumentation", neun dahin fließende Episoden und Soundereignisse, wie auf der Fähre von Asien nach Europa in Istanbul, vom Harem, über Sound, Gestus, Geschichte der Darbuke oder Nai, aus dem Musikladen Sait Aral, der ältesten und kürzesten U-Bahn der Welt – Tünel …
subtItles (Award winning film about you) von EFE OZTEZDOGAN Film Istanbul
mit Musik von ALPER MARAL Istanbul
Nach vier Jahren Arbeit beendete Efe Oztezdogan seinen Kurzfilm "subtItles" im September 2007. Mit seinem Ansatz einer neuen Film-Grammatik wurde der Film bereits in 20 weltweit renommierten Festivals ausgestrahlt. „subtItles“ ist mehrfach preisgekrönt als "Best Experimental Film" u.a. beim International Film Festival in Adana (Türkei), in Accolade (Californien), Yildiz Short Film Festival in Istanbul oder im Park City Film Music Festival in Utah, USA. Mit seinem internationalen Erfolg bei solchen Festivals gehört der Film zu den wichtigsten Kurzfilmen der türkischen Filmgeschichte.
"subtItles" ist ein Film über zwei Männer, die der Meinung sind, dass ihnen eine Frau
gestohlen wurde. Er beschreibt den Selbstfindungsprozess dieser beiden Persönlichkeiten im Sinne des ‚Aufbrechens’, ‚Sich Lösens“. Vielleicht ist dir etwas Schlechtes passiert wegen dir … Vielleicht hast du etwas gestohlen, so glaubst du, wie du Deiner Selbst bestohlen wurdest …
Als Alper Maral seine berufliche Karriere als Jazz- und Theater-Pianist und Komponist an der Deutschen Hochschule in Istanbul begann, war er noch mehr oder weniger Autodidakt in der Musik. Der Musikwissenschaft und Sozialwissenschaft kam er während seines Studiums der Politik und der internationalen Beziehungen an der Universität Istanbul näher. Er studierte an verschiedenen Universitäten wie der Yıldız Technical University, Bilgi University, University of Galatasaray und der Ege University und lehrte Filmmusik, Komposition und Musikwissenschaft und Musikethnologie.
Zum größten Teil für Bühne und Leinwand, er komponierte und spielte fast in jedem Stil aus symphonischen Formen zu elektroakustischen Systemen. In seiner Musik befasst er sich mit verschiedensten kulturellen Kontexten. Er ist der Begründer des Istanbul Baroque Ensemble. Mit seinen Projekten, ensembles und Kompositionen wurde er auf nationale und internationale Festivals in Japan, Spanien, Schweden, Belgien, Italien, Rumänien, Europa, Sibirien, Südafrika, Brasilien und Ägypten eingeladen und gewann zahlreiche Preise. Eine Musik stellt er unter das Motto „"Musik in der Kultur - Kultur in der Musik". Er ist Vorstandsmitglied der ISCM-Türkei und Mitbegründer der MSG für Komponisten.
ctrl alt delete Sound Art Festival Istanbul Videodokumentation Istanbul
ctrl_alt_del, das internationale Klang-Kunst-Festival, organisiert von NOMAD, hat sich als multi-modales Projekt aufgestellt hat. ctrl_alt_del ist das erste Klangkunst-Festival in der Türkei. Seit 2003 fand es zusammen mit der Internationalen Istanbul Biennale statt. 2003 waren Istanbul und Maastricht Gastgeber des Projektes mit Performances, Panels, Workshops, Ausstellung und einem Dokumentarfilm. 2005 hatte ctrl_alt_del entsprechend der Positionierung 9. Internationalen Istanbul Biennale das Motto „Stadt-Noise-Open Source“ und fand an unterschiedlichen Orten und im Stadtraum Istanbuls statt. 2007 behandelte das Festival das Thema “remote orienteering”.
TALK
1. Künstlerisch-musikalische Entwicklungen und Tendenzen: Istanbul - Berlin
2. Zu Ilhan Mimaroglu, Elektronikionier der Türkei
Christian Scheib (ORF, musikprotokoll/steirischer herbst) und Cem Dalaman (rbb/radio multikulti) im Gespräch mit Pieter Snapper, Reuben de Lautour, Alper Maral, Batur Sonmez u.a.
KONZERTE
SEARCH Berlindebüt
Ahmet Yildirim Darbuka, Dehollo Istanbul
Hikmet Yildirim Perkussion Istanbul
Serdar Yayla Baglama Köln
Roman Bestion Piano, Keyboards Nantes
Antonio Sanchez Effekt Perkussion Barcelona
Neyveli Radhakrishna Double Violin Chennai ENNAI
Aleix Tobias Drums Barcelona
Guillem a. Nolis Bass Barcelona
Search ist ein multikulturelles Projekt von Misirli Ahmet mit Musikern aus fünf verschiedenen Ländern. Sein zweites Album "The Search" wurde 2005 veröffentlicht. Die Musik bewegt sich zwischen Orient, Jazz und Fusion. Der führende türkische Darbuka-Spieler Misirli Ahmet ist bekannt für die von ihm entwickelte Technik der offenen Finger, mit der er das tradierte Instrument besonders schnell und virtuos spielen kann. Seine Musik umfasst eine Vielzahl von Genres und ist beeinflusst von türkischer, indischer, arabischer, lateinamerikanischer Musik und Jazz.
Misirli Ahmet begann das Darbukaspiel als Autodidakt im Alter von 17 Jahren. Er entwickelte seine Spieltechnik in Ankara Frankreich und in Ägypten, wo er mit berühmten Musikerpersönlichkeiten zusammen arbeitete. Sein erstes Album “Oriental Dance and Percussion” produzierte er 1992. Technik, Rhythmusgefühl und seine musikalische Philosophie brachte er nach Istanbul, wo er mit zahlreichen Musikern spielte und produzierte. Nach Jahren wandte er sich nach Ägypten zurück und begann seine Arbeit mit der Deholla (einer größeren Form der Darbuka) in der Sina Wüste. Er schuf eine neue Spieltechnik auf diesem Instrument. In Spanien arbeitend, produzierte er die Alben "Mel de Cabra" und "The Search", damals mit spanischen, jüdischen und türkischen Musikern. Misirli Ahmet tritt weltweit mit größtem Erfolg auf und ist mehrfacher Preisträger. In diesem Jahr gründete er seinen eigenen Darbuka Akademie in Istanbul. Es ist die erste türkische Darbuka-Schule.
ERDAL ERZINCAN Baglama Baglama-Solo Istanbul
TANER AKYOL TRIO Berlin
Taner Akyol Baglama, Gesang, Kompositionen
Antonis Anissegos Piano
Nora Thiele Perkussion
TANER AKYOL TRIO
Taner Akyol Baglama, Gesang, Kompositionen
Antonis Anissegos Piano
Nora Thiele Perkussion
spezial Guest: Erdal Erzincan Baglama
Die anatolische Volkstradition mit ihren Liedern, Klagegesängen, Fabeln, Märchen, Helden-Epen und religiösen Riten wurde seit Jahrtausenden mündlich überliefert. Jede Generation bereicherte die Bedeutungszusammenhänge auf Grund der Veränderungen und Erfahrungen, die sich während eines ganzen individuellen Lebens ereignen. Auf diese Weise wurden die Überlieferungen als Gesamterscheinung kontinuierlich entwickelt und gleichzeitig bewahrt. Ebenso wie jede Folklore auf dem Prinzip des Sammelns beruht, haben die Jahrtausende aus den verschiedenen Musikformen, den Skalen und komplexen Rhythmen ein unüberschaubares Repertoire geschaffen.
Über die anatolische Folklore ohne ihr Hauptinstrument, die Langhalslaute Baglama, nachzudenken, sie zu erklären oder zu verstehen, wäre unmöglich. Die Tradition spricht im Gestus des Erzählens; so wird die in ihr berichtete Wirklichkeit als erzähltes Gefühl, als dichterische Wahrheit in den Melodietexten aus einer Inspiration heraus dargestellt und erhöht. Als größter Inspirationsquelle wurde hierbei der Baglama ein zentraler Platz eingeräumt. In den letzten Jahren haben Interpreten die reichen Ausdrucksmöglichkeiten dieses Instruments in den Mittelpunkt ihrer Bemühungen gestellt. Arif Sag leistete den entscheidenden Beitrag, um die Baglama als Solo-Instrument auf der Konzertbühne zu etablieren, indem er in den 80er Jahren als erster Baglama-Künstler der türkischen Musikgeschichte eine landesweite Konzertreihe veranstaltete. Im feinfühligen Dialog mit den Meistern früherer Generationen untersuchte er das gesamte bestehende Repertoire. Mit der Zeit entstand ein nach seinem Namen als „Arif Sag-Schule“ benannter Interpretationsstil, auf den sich in unseren Tagen jeder Baglama-Spieler mit Stolz berufen kann. In den vergangenen Jahren tritt Arif Sag vermehrt auch gemeinsam mit Orchestern klassischer abendländischer Musik in Erscheinung. Auf diesem Wege wurde das Baglama auch als Orchesterinstrument künstlerisch erforscht und anerkannt.
Erdal Erzincan gilt unter den Interpreten der jungen Generation als führender Vertreter dieser Schule. Sein Spiel wurde besonders durch die Verwendung und Weiterentwicklung der so genannten „Şelpe“-Technik bekannt. Hierbei wird auf ein Plektrum verzichtet, und die Finger können die verschiedensten Positionen und Spielweisen ausloten. Zudem interpretiert er in seinen Einspielungen die ursprünglich einstimmigen Werke des Volksmusik-Repertoires in einer neuen, harmonischen Musiksprache. Diese Arbeit findet auch in dem von ihm gegründeten „Baglama-Orchester", dessen Originalität große Aufmerksamkeit erregt hat, neue Verbreitungsmöglichkeiten. Als erster Baglama-Künstler hat sich Erzincan auch der Zusammenarbeit mit europäischen Symphonie-Orchestern gewidmet und das Baglama-Programm einer neuen ernsthaften Prüfung gestellt.
Taner Akyol begann seine musikalische Ausbildung auf der Baglama. Gleichzeitig erhielt er Violin- und Klavierunterricht, konzentrierte sich aber auf die Baglama, mit der er sich musikalisch am besten auszudrücken verstand. Bei der Entwicklung seines eigenen Stils orientierte er sich in besonderem Maße an den Methoden Arif Sags. Seine zeitgenössischen Kompositionen für Baglama und verschiedene Kammermusik-Formationen haben in der Musikwelt bereits großes Interesse erregt. Eine Aufnahme von einem dieser Werke befand sich auf der Bonus-CD in der 5. Ausgabe der Neuen Zeitschrift für Musik. Taner Akyol hat sein Instrument als erster in weiten Kreisen der europäischen Komponisten- und Musikhochschul-Szene bekannt gemacht und das Entstehen neuer Werke inspiriert. Als Künstler hat er sich zum Ziel gesetzt, den Ausdrucksreichtum beider Musiktraditionen, die er erlernt hat, zu einer organischen Synthese zusammenzuführen. In diesem Rahmen hat er in seiner neuen CD-Produktion traditionelle Werke in seinem eigenen Kompositionsverständnis neu kommentiert und sie sieben neuen Kompositionen gegenübergestellt. Der Komponist und Baglama-Virtuose glaubt dabei nicht an eine Musik ohne persönlichen, menschlich geprägten Ausdruck. “Jeder Text, den ich vertone, wurde direkt aus meinem persönlichen Leben inspiriert.“ In diesem Bekenntnis spiegelt sich Akyols Selbstverständnis als Künstler wohl am treffendsten.
ILHAN MIMAROGLU
Erste Retrospektive des türkischen Elektronikpioniers Weltdebüt
"Die Zeit in der ersten Person Singular hat gesagt, dass ich am 11. März 1926 in Istanbul, Türkei geboren wurde, als Sohn des bedeutenden Architekten Kemalettin, den ich nicht kennen lernte, da er starb, als ich gerade ein Jahr alt war. Er wollte mich mit Musik aufwachsen sehen. Es gab ein Grammophon in unserem Haus und eine Reihe von
klassischen Aufnahmen. Das waren meine einzigen Spielzeuge. Ich hörte auch Musik, die sich mir sonst bot und betrachtete diese eher als „anodine“. Ich fing an, mir zu sagen,
dass es mehr Musik als diese geben müsste. Tatsächlich gab es die. Erst offenbarte sich mir Jazz, dann zeitgenössischen Kunstmusik. Meine Mutter wollte, dass ich ins Konservatorium gehe. Ich lehnte ab. Sie würden mich die falschen Dinge lehren, und ich wusste noch nicht genug über die Musik, um sagen zu können, was falsch ist und was nicht. Stattdessen Schule für Rechtswissenschaften. Ich habe mich um Gesetze eh nicht geschert. Aber ich habe eine wichtige Sache gelernt, dass ich nur Gesetzen gehorchen sollte, die ich selbst hätte aufstellen können. Dann kam die Zeit für Musikpädagogik, als
ich genug über die Musik wusste, um nicht in Fallen zu treten. Man lernt am besten, was man bereits weiß. Die ersten Produkte der elektronischen Musik und/oder Musique Concrète erreichten mich in den frühen fünfziger Jahren. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich einen Ruf in der Türkei als Autor, Schriftsteller und Radio-Redakteur für Musik. Die Rockefeller-Stiftung hörte von mir und lud mich nach New York ein für ein Studienprogramm an der Columbia University (vor allem in Musikwissenschaft unter Paul Henry Lang und Komposition bei Douglas Moore). Ein paar Jahre später meine Rückkehr nach New York, um meine Studien an der Columbia mit einem Programm rund um elektronische Musik fortzusetzen, mit denen ich im Laufe meines ersten Besuches in Berührung gekommen war, mit meiner Arbeit an Tape Music, unter Leitung von Otto Luening und Vladamir Ussachevsky. Viele Jahre arbeitete ich in den Studios des Columbia-Princeton Electronic Music Centers. Mein primärer Mentor war Ussachevsky. Ich hatte auch die Gelegenheit, mit Edgar Varese und Stefan Wolpe u.a. zu arbeiten. In den frühen 1970ern erhielt ich das Guggenheim-Stipendium für Komposition. Zusätzlich zu meinen Elektronik-, Instrumental- und Gesangskompositionen schrieb ich eine Reihe von Büchern (über Musikgeschichte, Jazz, elektronische Musik, sowie eine Reihe von Tagebüchern, die alle in der Türkei veröffentlicht wurden). Selbst wenn ich nicht etwas anderes getan, geschrieben und veröffentlicht hätte, so würde mein "Project Utopia" Pamphlet meine Existenz gerechtfertigen." Ilhan Mimaroglu
SOQRMOM (Pieter Snapper) Elektronik Istanbul, US UA
insan/damat (2008) (human/bridegroom)
für Live-Elektronik und Video, Video von Reuben de Lautour
„Als Amerikaner, mehr oder weniger dauerhaft in Istanbul lebend, bin ich immer wieder mit der Schlüsselfrage der Migranten überall und deren Integration in die lokale Kultur konfrontiert. Dies ist keine große Belastung in Istanbul, denn die Stadt ist sichtbar - wenn auch mitunter problematisch – ein Ort für ausländische Arbeitnehmer. Verheiratet mit einer türkischen Frau, die in Köln als Tochter eines türkischen Gastarbeiters aufwuchs, brauchte ich die Akzeptanz von ihrer Familie im Heimatdorf in Thrakien. Im Dorf gab es keine vordefinierte Rolle für Ausländer. Es gab weder positive noch negative Vorurteile, und auch wenn ich die Familie von meiner Aufrichtigkeit überzeugen konnte, blieb ich ziemlich unverstanden und unnahbar.
In Thrakien führt der einzig Weg der sozialen Akzeptanz über Tanzfläche bei Hochzeiten, und es war nur den wiederholten und begeisterten (zunächst peinlichen) Versuchen mit der türkischen Sprache und traditionellen Tänzen bei thrakischen Hochzeit zu verdanken, dass ich das Eis zu den Einheimischen brechen konnte. Ich habe nach und nach die Rhythmen (und was noch wichtiger ist, die Gegen-Akzente) gelernt. Die Tänze wurden symbolhaft für meine Versuche, meinen Platz in der türkischen Kultur zu finden, und die Rhythmen haben Einzug in meine Musik gefunden. insa /damat ist eine Klang-Erkundung der türkischen, vor allem thrakischen Hochzeitstanzmusik, und eines Bräutigams, der sich darum bemüht, die damit verbundenen Rituale und Erwartungen in einer fremden Kultur zu bewahren.
Der Titel stammt aus der Daft Punk HUMAN/ROBOT-Dialektik nach einem wiederkehrenden Traum, in dem das behelmte Duo in der Tat begann, thrakische Hochzeitsmusik bei meiner eigenen Hochzeit zu machen.“ Pieter Snapper
Pieter Snapper ist US-amerikanischer Komponisten, Tonmeister und Musikproduzent und lebt und arbeitet in Istanbul seit 9 Jahren. Er studierte Komposition bei Andrew Imbrie und Edwin Dugger an der University of California, Berkeley, und mit Ralph Shapey und Howard Sandroff an der University of Chicago. Seine Kompositionen wurden einer breiten Öffentlichkeit bekannt, haben zahlreiche Auszeichnungen und Provisionen von BMI, ASCAP, UC Berkeley, der Yamaha Corporation of America und der Fromm-Stiftung an der Harvard University erhalten. Zuvor in der Fakultät des Oberlin College Conservatory of Music, ist Snapper einer der Begründer des MIAM (Center for Advanced
Music Research) an der Technischen Universität Istanbul. Er leitet die MIAM Studios, die zu den wichtigsten Recording- und elektroakustischen Fakultäten in der Türkei gehören. Snappers jüngstes musikalisches Output erstreckt sich von Orchestermusik und experimentelle Musik bis hin zu Laptop-Live-Aufführungen, die das Spektrum von Noise- Collage bis hin zu Elektro-Clash verfolgen. Hinter dem Laptop arbeitet er unter dem Namen Soqrmom.
REUBEN DE LAUTOUR Karaoke (2000 - 2008) Elektronik Istanbul, NZ UA
Karaoke ist eine Reihe von intermedialen Werken, mit denen de Lautour im Jahre 2000 begann. Die Werke basieren alle auf einem einfachen Prozess: audio-visuelle Aufnahmen von Interviews zu verschiedenen Themen werden zeitlich gestreckt bis zu einem Extrem, an dem die prosaischen Qualitäten der Rede zu melodischen werden, während die Gesichts-Mikro-Ausdrücke langgezogen werden. Das Ziel besteht darin, die subtextuelle Ebene der Ausdruckskraft und Erzählung in der menschlichen Sprache und Gestik zu erfassen und diese mit zusätzlicher Musik und Grafik zu verstärken.
Reuben de Lautour ist in Neuseeland geboren und arbeitet als intermedialer Künstler in Istanbul. Er lehrt digitale Kunst-, Musikproduktion und Komposition am MIAM der der Technischen Universität Istanbul. Er produzierte für das Istanbuler Electronica Label Elec-Trip Records sein Solo-Tanz-Projekt "Orange" und ist Mitglied der Electro-Rockband "Zi Punt". Bevor er in die Türkei kam, studierte er Komposition bei Paul Lansky an der Princeton University, wo er derzeit sein PhD in Komposition beendet.
In Kooperation mit dem MIAM Studio in Istanbul. In Kooperation mit dem MIAM Studio in Istanbul. Spezieller Dank an Gungor und Ilhan Mimaroglu, Borusan Istanbul, Tolga Tuzun und Philip Samartzis.
METIN & KEMAL KAHRAMAN
Metin Kahraman Gesang, Gitarre Istanbul
Mübin Dünen Ney, Backvocal Istanbul
Ahmet Tirgil Violine, Backvocal Istanbul
Umut Kahraman Viola, Backvocal Istanbul
Kemal Kahraman Saz, Gesang Berlin
Mavis Güneser Gesang Berlin
Dersim, die Heimat der Brüder Metin und Kemal Kahraman, ist das Zentrum der ethnischen Gruppe der Zaza. Hohe Berge, durch die der Munzur und andere Quellflüsse des Euphrat fließen, prägen die ostanatolische Provinz Dersim (heute Tunceli). Die bis heute mündlich tradierte Kultur der Zaza bewahrt in ihrem kulturellen Gedächtnis zahlreiche Märchen, Gebete und Mythen, deren Wurzeln bis zum Gilgamesch-Epos reichen. Das zur iranischen Sprachfamilie zählende Zaza gilt neben dem Hewremani zu den vom Aussterben bedrohten Sprachen, die der Sprache des zoroastrischen “Avesta”- Korpus am nächsten kommen. Zazaki wird weltweit von etwa 5 Millionen Menschen gesprochen. Metin und Kemal Kahraman führen seit etwa 15 Jahren musikethnologische Studien durch, indem sie Lieder, Märchen und mythologische Geschichten sammeln und aufzeichnen. Auf Grundlage dieser Arbeit entstanden vier Alben, die die authentische Musik und religiöse Literatur Dersims dokumentieren. Darüber hinaus entstanden vier
Alben mit eigenen Kompositionen, Liedern und Instrumentalstücken. Da die Kahramans
in zwei Sprachen, Zazaki und Türkisch, aufgewachsen sind, drücken sie sich in ihrer Musik ebenfalls zweisprachig aus. Auch bei ihren eigenen Kompositionen schöpfen die beiden Musiker aus dem Reichtum der Kultur Dersims. Sie lassen alte Mythen wie denjenigen des Flusses Munzur oder des heiligen Berges Düzgün Bava wieder aufleben, oder sie erzählen die Geschichte einer Begegnung zwischen einem Bauern und einem Bären. In ihren Kompositionen verbinden sie traditionelle Elemente mit Formen und Instrumenten westeuropäischer Musik. Der 1963 in Dersim geborene Gitarrist, Sazspieler und Sänger Metin Kahraman lebt in İstanbul. Sein drei Jahre jüngerer Bruder Kemal Kahraman lebt seit 1996 in Berlin. Er singt ebenfalls und spielt die anatolischen Saiteninstrumente Saz und Cura. Die Kahramans arbeiten mit Musikern aus der Türkei und Deutschland zusammen.
Kreuztanbul Party
AYYUKA Istanbul Berlindebut
Experimenteller Avant-Rock
Özgür Yılmaz Gitarre
Ahmet Kul Gitarre
Altan Sebuktekin Bass
Alican Tezer Drums
Ayyuka begannen im Gymnasium Musik zu machen und zu improvisieren, mit dem Gitarristen Özgür Yilmaz und dem Bassist Altan Sebuktekin. An der Universität in Eskipehir kamen Gitarrist Ahmet Kul und Schlagzeuger Alican Tezer hinzu. Die Gruppe spielte Cover-Versionen von Rocksongs und improvisierte. Identisch mit Bedeutungen wie die ‚Offenbarung eines Geheimnisses’ oder ‚Höhe zum höchsten Punkt des Himmels’, huldigen Ayyuka ihren Namen und dessen Konnotationen. Ayyuka's Musik ist nicht nur eine einfache Verknüpfung von westlichen Musik, leicht gemischt mit lokalen Motiven. Verschiedene Arten von Musik wie Arabesque, Punk, Surf, Psychedelic Rock und Funk verschmelzen akribisch. Ayyuka's Debüt-Album "Ayyuka" erschien auf dem Label Doublemoon Records im Jahr 2007. Ihre Musik erhielt populäre Bewertungen von renommierten türkischen Zeitungen und Zeitschriften wie Hürriyet, Sabah, Radikal, Cumhuriyet, Rolling Stone, Bant, Roll, Turkish Daily News, Billboard, Istanbul Time out u.a. Die Band hat seine Fans auf Festivals wie Rock N Coke 2007, Masstival 2008, MTV Alternative Nation 2008, Fest the Wall 2007, Rock Istanbul 2005 oder in Clubs wie Babylon, Studio live, Balans, Roxy oder Peyote gefunden. Die Band hatte einen erfolgreichen Höhepunkt als Vorband von Sonic Youth und Jonathan Richman. Sie arbeiteten zusammen mit renommierten Künstlern wie Erica Glyn, Replikas, Baba Zula, Gevende, Hyko Cepkin, Ceza, Fairuz Derin Bulut oder Smadj.
DJ ARKIN ALLEN TRIBAL TRIO aka Mercan Dede Istanbul Berlindebüt
DJ Arkin Allen Elektronik, Ney, Bendir, Visuals (Artistic Director)
Guven Celikkaya Klarinette, Trompete
Onur Il Perkussion
Das DJ ARKIN ALLEN TRIBAL TRIO ist das Club-Projekt von Arkin Allen aka MERCAN DEDE, das im Gegensatz zu "Secret Tribe" eher Partycharaker hat und zum Tanzen einläd. Auf ein größeres Ensemble und Tänzer wird verzichtet. In der kompakten Form mit ARKIN ALLEN als DJ, der auch Nai und Bendir spielt, einem Perkussionisten und einem Klarinettisten/Trompeter ist die Musik elektroniklastiger und klar in Richtung Upbeat orientiert.
Mercan Dede ist ein begnadeter Musiker, der unter anderem Nai (Rohrflöte), Bendir und Zarp spielt, als DJ und Produzent aktiv ist und in den letzten Jahren sechs Soloalben veröffentlicht hat. Er steht für eine einzigartige Mischung aus elektronischen Sounds und traditioneller türkischer Musik. Das Besondere an seiner Musik ist das Tranceartige, an der Musik der Sufis orientierte, betont durch tanzende Derwische bei seinen Live-Performances. Mercan Dedes neues Album "800" hat nicht nur ein atemberaubend schönes Artwork, sondern bedeutet für den Künstler die Beschreitung neuer musikalischer Wege: die Zahl 800 bezieht sich auf den 800. Geburtstag von Mevlana (auch “Rumi” genannt), einen der bekanntesten islamischen Mystiker. Um diesen Geburtstag gebührend zu feiern, hat sich Dede viele internationale Musiker-Kollegen ins Studio eingeladen und ein Album rund um das zentrale Thema "Frieden" aufgenommen. Unter den Gästen: Mich Gerber (Bass), Ziya Tabassian (Percussion), Shankar Das (Dolak & Tabla), Shen-Qi (Erhu), Ben Grossman (Hurdy-Gurdy), Tanya Evanson (Spoken Words) und türkische Künstler wie Ceza (Vocals), Yildiz Tilbe (Vocals), İsmail Tuncbilek (Baglama) und Goksel Baktagir (Kanun). Seit mehreren Monaten ist "800" in den Top 10 der World Music Chartes Europe schon zweimal auf Platz Eins. Auch live kommt die Magie von Mercan Dede’s Musik hervorragend zur Geltung. Bei der Womex 2002 in Essen war der Auftritt des zwischen Istanbul und Montreal wandelnden Klangmagiers zweifellos eines der Highlights der Weltmusikmesse, und es folgten Einladungen zu führenden und verschiedenartigen (Jazz, Weltmusik, Electronic) europäischen Festivals wie dem Montreal Jazz Festival (Canada), Horizonte Festival (Deutschland), Stimmen Festival (Deutschland), Jazz à la Villette (Frankreich), Montreux Jazz Festival (Schweiz), Paléo Festival (Schweiz), Ars Electronica (Österreich) und vielen mehr. In der Türkei ist Mercan Dede inzwischen ein großer Star, der „Derwisch für die moderne Welt“ (wie eine große türkische Zeitung schreibt), der selbst in entlegenen Regionen in großen Hallen spielt. Ob als DJ Arkin Allen, oder als Bandleader von Secret Tribe - mit Elementen aus Visual Arts, Tanz und Theater, Mercan Dede berührt die Seele durch seine Art - seine Musik kommt und geht in Wellen.
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Frank Klaffs Musikbüro
Im Zentralbüro
Karl-Liebknecht-Str. 7
10178 Berlin
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F. +49-30-318 06353
M. +49-173 233 3312
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Interkulturelles zwischen Kreuzberg und Istanbul in Ton, Bild und Wort
10.-17. Oktober 2008
Konzerte – Installationen – Filme – Talk
www.x-tract-production.de
HINTERGRUND: Sehen wir es mal von dieser Seite: Wir hätten nicht diesen wunderbaren Tusch der Becken in unseren Blasmusikkapellen, wären nicht die Generationen unserer Urururgroßväter vom Klang der Musik der Osmanen berauscht gewesen. Die Entführung aus dem Serail hätten wir sowieso nicht, und da wäre auch kein alla turca weit und breit. Fragen wir mal anders herum: Wer schenkt wem was, mit Absicht oder auch ohne? Was begehren und was fürchten wir? Und wie reagieren Künstler und Musiker auf diese gewollten oder ungewollten Geschenke, heute und früher?
Stichwort „Früher“ - eine kurze historische Perspektive vor dem Blick in Gegenwart und Zukunft: Um wie viel spärlicher wäre dieser Vorgang des Begehrens und Ablehnens, wenn nicht - wie Jahrhunderte lang - ein Osmanisches Reich und ein Habsburger Imperium, der „Osten“ und der „Westen“, sich an einer gemeinsamen Grenze gegenübergestanden hätten. Wenn nicht – wie im 19. Jahrhundert – Giuseppe Donizetti und ungezählte andere Komponisten aus dem Westen in Konstantinopel, dem heutigen Istanbul, gearbeitet hätten, die türkische Musik mit westeuropäischen Elementen beeinflusst und orientalische Elemente in die westliche Musik eingebracht hätten? Schon wären beide Musikkulturen nicht mehr das, was sie heute sind. Und in Kreuzberg - schon sind wir wieder in der Gegenwart – ereignen sich all diese Prozesse im Inneren einer Stadt.
KONZEPT: Das Festival fand im vergangenen Jahr erfolgreich im Ballhaus Naunyn statt. In seiner zweiten Ausgabe strömt es im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg und in Berlin aus, um im kommenden Jahr noch einen Schritt weiter zu gehen, und einen zusätzlichen Schwerpunkt in Istanbul zu setzen.
Das Festival KREUZTANBUL stellt wesentliche Positionen aus Überschneidungen und Beeinflussungen, Vorgaben und Rückflüssen, Provokationen und Bestätigungen aus den widersprüchlichen und fruchtbaren Szenen zwischen Kreuzberg und Istanbul vor.
Das Festival 2008 kooperiert mit Partnerinstitutionen in Friedrichshain-Kreuzberg (Lido, SO 36, Radialsystem V, Galerie zero, Galerie Vorspiel, Piranha), dem neu eröffneten Haus 13/Pfefferberg und rbb/radio multikulti. Das Festival strebt eine Kontinuität des kulturellen Austauschs zwischen Berlin (Kreuzberg) und Istanbul nicht nur in Hinblick auf die kommende Städtepartnerschaft zwischen Berlin und Istanbul 2009 an.
Gerade in Kreuzberg hat mindestens die Hälfte der Bewohner einen türkischen Hintergrund. Die Stärkung des kulturellen Selbstbewusstseins in Balance mit Toleranz und interkulturellem Dialog soll für diesen Stadtteil mit diesem Projekt erlebbar werden.
Mit Partnern im Kiez initiiert das Festival Konzerte, Installationen und Talks und möchte einen interkulturellen Dialog neu vorantreiben, für Kinder von 9-99 Jahren.
Musik und Kunst machen Spaß, sind voller Überraschungen. Und Musik hat von Anfang an mit Spiel zu tun – sonst gäbe es sie gar nicht. Nur leider geraten diese Selbstverständlichkeiten meist aus dem Blickfeld, wenn es um Musik als Kunst geht.
Das Motto dieses interkulturellen Projektes ist es, anzunähern, zu verführen und unerwartet gemischte Angebote zu machen. Und das ist durchaus als Herausforderung zu verstehen. Jeder Sound hat seinen Hintergrund. Und sie sind tatsächlich komplex, die sozialen und ästhetischen Vorgänge zwischen den beiden Kulturen. Die Künstler hier wie dort reagieren darauf. Manchmal ist es auch umgekehrt und die Künstler geben vor, womit sich die Mehrzahl der Betroffenen erst später auseinandersetzt, womit und woran dann Politik und auch Kulturpolitik zu arbeiten haben.
Das Programm mit Musikern und Künstlern aus Berlin und Istanbul reicht von klassischer türkischer Musik, über Improvisation, experimentelle Musik, Elektronik und Elektroakustik, Rock bis hin zu Klangkunst und Kooperationen zwischen deutschen und türkischen Musikern.
PROGRAMM
INSTALLATIONEN
Galerie zero
Eröffnung: 13. Oktober 18.00 Uhr mit Live-Performance von Batur Sönmez
Öffnungszeiten: 14.-15. Oktober 12-18 Uhr
BATUR SÖNMEZ noiseistanbul 2008, Audiovisuelle Klanginstallation Istanbul
Eintritt frei!
Galerie Vorspiel
Eröffnung: 13. Oktober, 19.30 Uhr
Öffnungszeiten: 14.-19. Oktober 18 bis 24 Uhr
ERDEM HELVACIOGLU Memories on Silent Walls Instanbul
Audiovisuelle Klanginstallation
ALPER MARAL „Das klingende Alphabet“ 2005, Hörlounge Instanbul
Audidokumentation/Soundscape Istanbul
subtItles (Award winning film about you) von EFE OZTEZDOGAN Film Istanbul
mit Musik von ALPER MARAL Istanbul
ctrl alt delete Sound Art Festival Istanbul Videodokumentation Istanbul
Eintritt frei!
TALK
15.10.2008 + Haus 13/Pfefferberg + 16 Uhr
1. Künstlerisch-musikalische Entwicklungen und Tendenzen: Istanbul - Berlin
2. Zu Ilhan Mimaroglu, Elektronikpionier der Türkei
Christian Scheib (ORF, musikprotokoll/steirischer herbst) und Cem Dalaman (rbb/radio multikulti) im Gespräch mit Pieter Snapper, Reuben de Lautour, Alper Maral, Batur Sonmez u.a.
Eintritt frei!
KONZERTE
13.10.2008 + Konzert I + Lido
21 Uhr (Einlass ab 20 Uhr)
SEARCH Berlindebüt
Ahmet Yildirim Darbuka, Dehollo Istanbul
Hikmet Yildirim Percussion Istanbul
Serdar Yayla Baglama Köln
Roman Bestion Piano, Keyboards Nantes
Antonio Sanchez Effekt Perkussion Barcelona
Neyveli Radhakrishna Double Violin Chennai ENNAI
Aleix Tobias Drums Barcelona
Guillem A. Nolis Bass Barcelona
Eintritt: 15,- €/erm. 12,- €
14.10.2008 + Konzert II + Radialsystem V Halle
20 Uhr
ERDAL ERZINCAN Baglama Baglama-Solo Istanbul
TANER AKYOL TRIO Berlin
Taner Akyol Baglama, Gesang, Kompositionen
Antonis Anissegos Piano
Nora Thiele Perkussion
TANER AKYOL TRIO
Taner Akyol Baglama, Gesang, Kompositionen
Antonis Anissegos Piano
Nora Thiele Perkussion
spezial Guest: Erdal Erzincan Baglama
Eintritt: 14,-/erm. 11,- €
15.10.2008 + Konzert III + Haus 13/Pfefferberg
18 Uhr
Einführung zu Ilhan Mimaroglu: Alper Maral
ILHAN MIMAROGLU
Erste Retrospektive des türkischen Elektronikpioniers Weltdebüt
Elektroakustische Kompositionen
Sound Diffusion: Pieter Snapper
SOQRMOM (Pieter Snapper) Istanbul, US Premiere
insan/damat (human/bridegroom)
für Live Elektronik und Video, Video: Reuben de Lautour
REUBEN DE LAUTOUR Elektronik Istanbul, NZ Premiere
Karaoke (2000 - 2008)
In Kooperation mit dem MIAM Studio in Istanbul. In Kooperation mit dem MIAM Studio in Istanbul. Spezieller Dank an Gungor und Ilhan Mimaroglu, Borusan Istanbul, Tolga Tuzun und Philip Samartzis.
Eintritt: 12,- €/erm. 7,- €
21 Uhr + Haus 13/Pfefferberg + Konzert IV
METIN & KEMAL KAHRAMAN
Metin Kahraman Gesang, Gitarre Istanbul
Mübin Dünen Ney, Backvocal Istanbul
Ahmet Tirgil Geige, Backvocal Istanbul
Umut Kahraman Viola, Backvocal Istanbul
Kemal Kahraman Saz, Gesang Berlin
Mavis Güneser Gesang Berlin
Eintritt: 14,- €/erm. 11,- €
17.10.2008 + SO 36 + Konzert V
21 Uhr Kreuztanbul Party
AYYUKA Istanbul Berlindebut
Experimenteller Avant-Rock
Özgür Yılmaz Gitarre
Ahmet Kul Gitarre
Altan Sebuktekin Bass
Alican Tezer Drums
DJ ARKIN ALLEN TRIBAL TRIO aka Mercan Dede Istanbul Berlindebüt
DJ Arkin Allen Elektronik, Nai, Bendir, Visuals (Artistic Director)
Guven Celikkaya Klarinette, Trompete
Onur Il Perkussion
Eintritt: 15,- €/erm. 12,- €
Gefördert aus Mitteln des Hauptstadtkulturfonds und der Initiative Neue Musik Berlin e.V.
Konzept/Programm: Elke Moltrecht
Programm-Mitarbeit: Izzet Nihat Yersaloglu
Produktion in Kooperation mit Piranha Events
PR/Öffentlichkeitsarbeit: Seval Sahrin/Frank Klaffs
Änderungen vorbehalten!
Stand: August 2008
INFORMATIONEN
INSTALLATIONEN
Galerie zero
BATUR SÖNMEZ noiseistanbul Klanginstallation Istanbul
Das Projekt, inspiriert vom Lebensraum, ist ein audio-visuelles Projekt, das auf Klänge, Geräusche und visuellen Momentaufnahmen der Stadt Istanbul aufbaut. Neben seiner legendären Schönheit hat Istanbul ein einzigartiges Ambiente aus Klängen und Geräuschen, das nicht alltäglich ist. Der Musiker Batur Sönmez interpretiert dieses Environment und verbindet es mit seinem künstlerischen Stil, ohne die Sounds zu analysieren. Städte werden durch die Charakteristiken ihrer Bewohner geformt und auf der anderen Seite reflektieren die Städte die Beschaffenheit ihrer Bewohner. Das Projekt kann mit einer medizinischen Studie assoziiert werden, das toxisches Material verwendet um ein Gegengift herzustellen. Anliegen des Installationsprojektes ist es, das Verhältnis zwischen der Stadt und den Geräuschen der Stadt zu reflektieren und das Material in Musik und Kunst zu übersetzen. Mit Klängen, Geräuschen, elektronischer Musik, Videos und experimenteller Verarbeitung wird noiseistanbul zu einer audio-visuellen Klangistallation, die im Auftrag des Festivals entsteht.
Batur Sönmez lebt und arbeitet in Istanbul. Seine ersten experimentellen elektronischen Industrie-Projekte realisierte er 1998. Er ist audio-visueller Künstlers sowie Kurator für experimentelle Projekte und Festivals in der türkischen Metropole. Sein Stil bewegt sich zwischen Industrial, Elektronik sowie Noise und reicht von experimenteller Musik bis hin zu Improvisationen. Zu seinen Projekten gehören Analog Suicide, Mindscan, Btr. Unit, Dadaloop, Vertebra, Radiophonik und Dead Frequencies. Darüber hinaus arbeitet er in den Bereichen Klang-, Videokunst, Multimedia und Kurz-Film. Er gehört zu den erfrischenden Motoren des experimentellen elektronischen Noise und der zeitgenössischen Kunst in der Türkei.
Galerie Vorspiel
ERDEM HELVACIOGLU Memories on Silent Walls Klanginstallation Instanbul
Was ist der Klang eines Gebäudes? Was macht ihn aus? Ist es das Timbre eines unbemannten Raumes oder die Klänge der verschiedenen Aktivitäten, die stattgefunden haben? Alle klanglichen Erinnerungen, die in den Wänden eines Gebäudes stattgefunden haben, die unerhörte Gedanken der Menschen, die die Erinnerung erlebt haben, machen den wirklichen Sound eines Gebäudes aus. Das Atatürk Cultural Center ist ein historisches Gebäude und ein Bestandteil in den Köpfen der Bürger Istanbuls. Es ist ein Phänomen, das für Moderne, Utopie und zeitgenössisches Denken steht. Es ist ein vereinsamtes und melancholisches Symbol für die Geschichte von Istanbul und der Türkei. „Memories on Silent Walls“ besteht aus den verarbeiteten und nicht verarbeiteten Aufzeichnungen der Produktionen, die im Atatürk Kulturzentrum stattgefunden haben, aus Klang des leeren Gebäudes selbst, seiner Umgebung und aus Interviews mit verschiedenen Personen, die mit dem Gebäude zu tun haben. Diese Arbeit versucht nicht nur die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des Gebäude selbst zu beschreiben, sondern fordert auch die Frage heraus: Sollte das Atatürk Kulturzentrum bestehen bleiben oder ersetzt werden?
Transferiert nach Berlin wird in der Installation der zentrale Taqsim Square, auf den die Fenster des Kulturzentrums gerichtet sind, über Video übertragen und neben die urbane Aussicht von Berlin-Kreuzberg projiziert. „Replacement of Culture and Memorial?“, eine Frage, die sich auch in Berlin immer wieder von neuem stellt.
Die Installation wurde für die Internationale Istanbul Biennale 2007 produziert.
Erdem Helvacioglu ist einer der renommiertesten elektronische Musiker, Komponisten und Künstler seiner Generation in der Türkei. Seine Musik wurde weltweit aufgeführt, so in Festivals wie The San Francisco Tape Music Festival, Sonorities Festival for Contemporary Music, Seoul International Computer Music Festival, Festival Musica Viva, Primavera en la Habana und Third-Practice-Elektroacoustic-Music-Festival. Er erhielt zahlreiche internationale Auszeichnungen für seine elektronische Musik, einschließlich der Preise von Luigi Russolo, Insulae Electronicae und Musica Nova. Sein Album "A Walk Through the Bazaar" wurde als "herausragend" von einer Reihe von internationalen Musik-Zeitschriften beurteilt. Er ist vertreten auf Kompilationen mit Musikern wie Scanner, Kim Cascone und Merzbow. Er arbeitete zusammen mit Künstlern wie Mick Karn, Kevin Moore, John Wilson, Kazuya Ishigami, Ros Bandt und Saadet Turkoz. Er erhielt Aufträge von Künstlern, Ensembles und Organisationen wie Soccer World Championship, Bang On A Can-All Stars, Todd Reynolds, Kinan Azmeh, Margaret Lancaster und Cem Duruoz. Seine Klanginstallationen waren in Los Angeles, Indonesien, Köln, London Menier und Istanbul zu sehen, seine Filmmusiken in Cannes, Sarajevo, Locarno, Seoul, Sao Paulo und Sydney zu hören. Neben seiner elektronischen Musik komponiert er für Theater-, Film-, Multimedia-Produktionen.
ALPER MARAL Das klingende Alphabet 2005 Hörlounge Instanbul
Audiodokumentation/Soundscape
Die Musik von Alper Maral steht für ein Dazwischenliegen zwischen Ost und West, für etwas Eigenständiges und Kosmopolitisches!
Das Klingende Alphabet von Istanbul: Mit einem Blick auf das einleitenden Album für Anfänger von Klaviermusik werden Sie sicher durch das Repertoire geführt, durch diese Komposition aus Klangereignissen und Soundscapes, die darauf abzielen, ein elementares Audiovokabular für den Betrachter/Hörer aufzuzeichnen – Klangereignisse, genutzt, wie die Buchstaben eines bestimmten Alphabets, die zum Subjekt für „Wörter“, d.h. Bilder und Assoziationen werden, zu Kontexten für Umgebungswahrnehmung der komplexen Metropole Istanbul und seiner lebendigen Kultur in bestimmten Bereichen – ohne irgendeine gemeinsame Konnotation.
Entstanden als Teil einer Installation für eine Designausstellung/-veranstaltung in Istanbul (2005), ist dieses Stück ist nur ein Teil eines riesigen Work in Progress" - ohne die geringste Absicht auf Vollständigkeit zu verfolgen. Es gab Aufführungen/Projektionen in drei Versionen. Die kürzeste (9'11) könnte als eine "musikalische“ Komposition betrachtet werden, die längere Version (19') eher als Klanglandschaft, abgestimmt auf ein passendes akustisches Environment, und die ultimative "Brutto"-Version von 40'49 " ist die “gekrönt Audio-Dokumentation", neun dahin fließende Episoden und Soundereignisse, wie auf der Fähre von Asien nach Europa in Istanbul, vom Harem, über Sound, Gestus, Geschichte der Darbuke oder Nai, aus dem Musikladen Sait Aral, der ältesten und kürzesten U-Bahn der Welt – Tünel …
subtItles (Award winning film about you) von EFE OZTEZDOGAN Film Istanbul
mit Musik von ALPER MARAL Istanbul
Nach vier Jahren Arbeit beendete Efe Oztezdogan seinen Kurzfilm "subtItles" im September 2007. Mit seinem Ansatz einer neuen Film-Grammatik wurde der Film bereits in 20 weltweit renommierten Festivals ausgestrahlt. „subtItles“ ist mehrfach preisgekrönt als "Best Experimental Film" u.a. beim International Film Festival in Adana (Türkei), in Accolade (Californien), Yildiz Short Film Festival in Istanbul oder im Park City Film Music Festival in Utah, USA. Mit seinem internationalen Erfolg bei solchen Festivals gehört der Film zu den wichtigsten Kurzfilmen der türkischen Filmgeschichte.
"subtItles" ist ein Film über zwei Männer, die der Meinung sind, dass ihnen eine Frau
gestohlen wurde. Er beschreibt den Selbstfindungsprozess dieser beiden Persönlichkeiten im Sinne des ‚Aufbrechens’, ‚Sich Lösens“. Vielleicht ist dir etwas Schlechtes passiert wegen dir … Vielleicht hast du etwas gestohlen, so glaubst du, wie du Deiner Selbst bestohlen wurdest …
Als Alper Maral seine berufliche Karriere als Jazz- und Theater-Pianist und Komponist an der Deutschen Hochschule in Istanbul begann, war er noch mehr oder weniger Autodidakt in der Musik. Der Musikwissenschaft und Sozialwissenschaft kam er während seines Studiums der Politik und der internationalen Beziehungen an der Universität Istanbul näher. Er studierte an verschiedenen Universitäten wie der Yıldız Technical University, Bilgi University, University of Galatasaray und der Ege University und lehrte Filmmusik, Komposition und Musikwissenschaft und Musikethnologie.
Zum größten Teil für Bühne und Leinwand, er komponierte und spielte fast in jedem Stil aus symphonischen Formen zu elektroakustischen Systemen. In seiner Musik befasst er sich mit verschiedensten kulturellen Kontexten. Er ist der Begründer des Istanbul Baroque Ensemble. Mit seinen Projekten, ensembles und Kompositionen wurde er auf nationale und internationale Festivals in Japan, Spanien, Schweden, Belgien, Italien, Rumänien, Europa, Sibirien, Südafrika, Brasilien und Ägypten eingeladen und gewann zahlreiche Preise. Eine Musik stellt er unter das Motto „"Musik in der Kultur - Kultur in der Musik". Er ist Vorstandsmitglied der ISCM-Türkei und Mitbegründer der MSG für Komponisten.
ctrl alt delete Sound Art Festival Istanbul Videodokumentation Istanbul
ctrl_alt_del, das internationale Klang-Kunst-Festival, organisiert von NOMAD, hat sich als multi-modales Projekt aufgestellt hat. ctrl_alt_del ist das erste Klangkunst-Festival in der Türkei. Seit 2003 fand es zusammen mit der Internationalen Istanbul Biennale statt. 2003 waren Istanbul und Maastricht Gastgeber des Projektes mit Performances, Panels, Workshops, Ausstellung und einem Dokumentarfilm. 2005 hatte ctrl_alt_del entsprechend der Positionierung 9. Internationalen Istanbul Biennale das Motto „Stadt-Noise-Open Source“ und fand an unterschiedlichen Orten und im Stadtraum Istanbuls statt. 2007 behandelte das Festival das Thema “remote orienteering”.
TALK
1. Künstlerisch-musikalische Entwicklungen und Tendenzen: Istanbul - Berlin
2. Zu Ilhan Mimaroglu, Elektronikionier der Türkei
Christian Scheib (ORF, musikprotokoll/steirischer herbst) und Cem Dalaman (rbb/radio multikulti) im Gespräch mit Pieter Snapper, Reuben de Lautour, Alper Maral, Batur Sonmez u.a.
KONZERTE
SEARCH Berlindebüt
Ahmet Yildirim Darbuka, Dehollo Istanbul
Hikmet Yildirim Perkussion Istanbul
Serdar Yayla Baglama Köln
Roman Bestion Piano, Keyboards Nantes
Antonio Sanchez Effekt Perkussion Barcelona
Neyveli Radhakrishna Double Violin Chennai ENNAI
Aleix Tobias Drums Barcelona
Guillem a. Nolis Bass Barcelona
Search ist ein multikulturelles Projekt von Misirli Ahmet mit Musikern aus fünf verschiedenen Ländern. Sein zweites Album "The Search" wurde 2005 veröffentlicht. Die Musik bewegt sich zwischen Orient, Jazz und Fusion. Der führende türkische Darbuka-Spieler Misirli Ahmet ist bekannt für die von ihm entwickelte Technik der offenen Finger, mit der er das tradierte Instrument besonders schnell und virtuos spielen kann. Seine Musik umfasst eine Vielzahl von Genres und ist beeinflusst von türkischer, indischer, arabischer, lateinamerikanischer Musik und Jazz.
Misirli Ahmet begann das Darbukaspiel als Autodidakt im Alter von 17 Jahren. Er entwickelte seine Spieltechnik in Ankara Frankreich und in Ägypten, wo er mit berühmten Musikerpersönlichkeiten zusammen arbeitete. Sein erstes Album “Oriental Dance and Percussion” produzierte er 1992. Technik, Rhythmusgefühl und seine musikalische Philosophie brachte er nach Istanbul, wo er mit zahlreichen Musikern spielte und produzierte. Nach Jahren wandte er sich nach Ägypten zurück und begann seine Arbeit mit der Deholla (einer größeren Form der Darbuka) in der Sina Wüste. Er schuf eine neue Spieltechnik auf diesem Instrument. In Spanien arbeitend, produzierte er die Alben "Mel de Cabra" und "The Search", damals mit spanischen, jüdischen und türkischen Musikern. Misirli Ahmet tritt weltweit mit größtem Erfolg auf und ist mehrfacher Preisträger. In diesem Jahr gründete er seinen eigenen Darbuka Akademie in Istanbul. Es ist die erste türkische Darbuka-Schule.
ERDAL ERZINCAN Baglama Baglama-Solo Istanbul
TANER AKYOL TRIO Berlin
Taner Akyol Baglama, Gesang, Kompositionen
Antonis Anissegos Piano
Nora Thiele Perkussion
TANER AKYOL TRIO
Taner Akyol Baglama, Gesang, Kompositionen
Antonis Anissegos Piano
Nora Thiele Perkussion
spezial Guest: Erdal Erzincan Baglama
Die anatolische Volkstradition mit ihren Liedern, Klagegesängen, Fabeln, Märchen, Helden-Epen und religiösen Riten wurde seit Jahrtausenden mündlich überliefert. Jede Generation bereicherte die Bedeutungszusammenhänge auf Grund der Veränderungen und Erfahrungen, die sich während eines ganzen individuellen Lebens ereignen. Auf diese Weise wurden die Überlieferungen als Gesamterscheinung kontinuierlich entwickelt und gleichzeitig bewahrt. Ebenso wie jede Folklore auf dem Prinzip des Sammelns beruht, haben die Jahrtausende aus den verschiedenen Musikformen, den Skalen und komplexen Rhythmen ein unüberschaubares Repertoire geschaffen.
Über die anatolische Folklore ohne ihr Hauptinstrument, die Langhalslaute Baglama, nachzudenken, sie zu erklären oder zu verstehen, wäre unmöglich. Die Tradition spricht im Gestus des Erzählens; so wird die in ihr berichtete Wirklichkeit als erzähltes Gefühl, als dichterische Wahrheit in den Melodietexten aus einer Inspiration heraus dargestellt und erhöht. Als größter Inspirationsquelle wurde hierbei der Baglama ein zentraler Platz eingeräumt. In den letzten Jahren haben Interpreten die reichen Ausdrucksmöglichkeiten dieses Instruments in den Mittelpunkt ihrer Bemühungen gestellt. Arif Sag leistete den entscheidenden Beitrag, um die Baglama als Solo-Instrument auf der Konzertbühne zu etablieren, indem er in den 80er Jahren als erster Baglama-Künstler der türkischen Musikgeschichte eine landesweite Konzertreihe veranstaltete. Im feinfühligen Dialog mit den Meistern früherer Generationen untersuchte er das gesamte bestehende Repertoire. Mit der Zeit entstand ein nach seinem Namen als „Arif Sag-Schule“ benannter Interpretationsstil, auf den sich in unseren Tagen jeder Baglama-Spieler mit Stolz berufen kann. In den vergangenen Jahren tritt Arif Sag vermehrt auch gemeinsam mit Orchestern klassischer abendländischer Musik in Erscheinung. Auf diesem Wege wurde das Baglama auch als Orchesterinstrument künstlerisch erforscht und anerkannt.
Erdal Erzincan gilt unter den Interpreten der jungen Generation als führender Vertreter dieser Schule. Sein Spiel wurde besonders durch die Verwendung und Weiterentwicklung der so genannten „Şelpe“-Technik bekannt. Hierbei wird auf ein Plektrum verzichtet, und die Finger können die verschiedensten Positionen und Spielweisen ausloten. Zudem interpretiert er in seinen Einspielungen die ursprünglich einstimmigen Werke des Volksmusik-Repertoires in einer neuen, harmonischen Musiksprache. Diese Arbeit findet auch in dem von ihm gegründeten „Baglama-Orchester", dessen Originalität große Aufmerksamkeit erregt hat, neue Verbreitungsmöglichkeiten. Als erster Baglama-Künstler hat sich Erzincan auch der Zusammenarbeit mit europäischen Symphonie-Orchestern gewidmet und das Baglama-Programm einer neuen ernsthaften Prüfung gestellt.
Taner Akyol begann seine musikalische Ausbildung auf der Baglama. Gleichzeitig erhielt er Violin- und Klavierunterricht, konzentrierte sich aber auf die Baglama, mit der er sich musikalisch am besten auszudrücken verstand. Bei der Entwicklung seines eigenen Stils orientierte er sich in besonderem Maße an den Methoden Arif Sags. Seine zeitgenössischen Kompositionen für Baglama und verschiedene Kammermusik-Formationen haben in der Musikwelt bereits großes Interesse erregt. Eine Aufnahme von einem dieser Werke befand sich auf der Bonus-CD in der 5. Ausgabe der Neuen Zeitschrift für Musik. Taner Akyol hat sein Instrument als erster in weiten Kreisen der europäischen Komponisten- und Musikhochschul-Szene bekannt gemacht und das Entstehen neuer Werke inspiriert. Als Künstler hat er sich zum Ziel gesetzt, den Ausdrucksreichtum beider Musiktraditionen, die er erlernt hat, zu einer organischen Synthese zusammenzuführen. In diesem Rahmen hat er in seiner neuen CD-Produktion traditionelle Werke in seinem eigenen Kompositionsverständnis neu kommentiert und sie sieben neuen Kompositionen gegenübergestellt. Der Komponist und Baglama-Virtuose glaubt dabei nicht an eine Musik ohne persönlichen, menschlich geprägten Ausdruck. “Jeder Text, den ich vertone, wurde direkt aus meinem persönlichen Leben inspiriert.“ In diesem Bekenntnis spiegelt sich Akyols Selbstverständnis als Künstler wohl am treffendsten.
ILHAN MIMAROGLU
Erste Retrospektive des türkischen Elektronikpioniers Weltdebüt
"Die Zeit in der ersten Person Singular hat gesagt, dass ich am 11. März 1926 in Istanbul, Türkei geboren wurde, als Sohn des bedeutenden Architekten Kemalettin, den ich nicht kennen lernte, da er starb, als ich gerade ein Jahr alt war. Er wollte mich mit Musik aufwachsen sehen. Es gab ein Grammophon in unserem Haus und eine Reihe von
klassischen Aufnahmen. Das waren meine einzigen Spielzeuge. Ich hörte auch Musik, die sich mir sonst bot und betrachtete diese eher als „anodine“. Ich fing an, mir zu sagen,
dass es mehr Musik als diese geben müsste. Tatsächlich gab es die. Erst offenbarte sich mir Jazz, dann zeitgenössischen Kunstmusik. Meine Mutter wollte, dass ich ins Konservatorium gehe. Ich lehnte ab. Sie würden mich die falschen Dinge lehren, und ich wusste noch nicht genug über die Musik, um sagen zu können, was falsch ist und was nicht. Stattdessen Schule für Rechtswissenschaften. Ich habe mich um Gesetze eh nicht geschert. Aber ich habe eine wichtige Sache gelernt, dass ich nur Gesetzen gehorchen sollte, die ich selbst hätte aufstellen können. Dann kam die Zeit für Musikpädagogik, als
ich genug über die Musik wusste, um nicht in Fallen zu treten. Man lernt am besten, was man bereits weiß. Die ersten Produkte der elektronischen Musik und/oder Musique Concrète erreichten mich in den frühen fünfziger Jahren. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich einen Ruf in der Türkei als Autor, Schriftsteller und Radio-Redakteur für Musik. Die Rockefeller-Stiftung hörte von mir und lud mich nach New York ein für ein Studienprogramm an der Columbia University (vor allem in Musikwissenschaft unter Paul Henry Lang und Komposition bei Douglas Moore). Ein paar Jahre später meine Rückkehr nach New York, um meine Studien an der Columbia mit einem Programm rund um elektronische Musik fortzusetzen, mit denen ich im Laufe meines ersten Besuches in Berührung gekommen war, mit meiner Arbeit an Tape Music, unter Leitung von Otto Luening und Vladamir Ussachevsky. Viele Jahre arbeitete ich in den Studios des Columbia-Princeton Electronic Music Centers. Mein primärer Mentor war Ussachevsky. Ich hatte auch die Gelegenheit, mit Edgar Varese und Stefan Wolpe u.a. zu arbeiten. In den frühen 1970ern erhielt ich das Guggenheim-Stipendium für Komposition. Zusätzlich zu meinen Elektronik-, Instrumental- und Gesangskompositionen schrieb ich eine Reihe von Büchern (über Musikgeschichte, Jazz, elektronische Musik, sowie eine Reihe von Tagebüchern, die alle in der Türkei veröffentlicht wurden). Selbst wenn ich nicht etwas anderes getan, geschrieben und veröffentlicht hätte, so würde mein "Project Utopia" Pamphlet meine Existenz gerechtfertigen." Ilhan Mimaroglu
SOQRMOM (Pieter Snapper) Elektronik Istanbul, US UA
insan/damat (2008) (human/bridegroom)
für Live-Elektronik und Video, Video von Reuben de Lautour
„Als Amerikaner, mehr oder weniger dauerhaft in Istanbul lebend, bin ich immer wieder mit der Schlüsselfrage der Migranten überall und deren Integration in die lokale Kultur konfrontiert. Dies ist keine große Belastung in Istanbul, denn die Stadt ist sichtbar - wenn auch mitunter problematisch – ein Ort für ausländische Arbeitnehmer. Verheiratet mit einer türkischen Frau, die in Köln als Tochter eines türkischen Gastarbeiters aufwuchs, brauchte ich die Akzeptanz von ihrer Familie im Heimatdorf in Thrakien. Im Dorf gab es keine vordefinierte Rolle für Ausländer. Es gab weder positive noch negative Vorurteile, und auch wenn ich die Familie von meiner Aufrichtigkeit überzeugen konnte, blieb ich ziemlich unverstanden und unnahbar.
In Thrakien führt der einzig Weg der sozialen Akzeptanz über Tanzfläche bei Hochzeiten, und es war nur den wiederholten und begeisterten (zunächst peinlichen) Versuchen mit der türkischen Sprache und traditionellen Tänzen bei thrakischen Hochzeit zu verdanken, dass ich das Eis zu den Einheimischen brechen konnte. Ich habe nach und nach die Rhythmen (und was noch wichtiger ist, die Gegen-Akzente) gelernt. Die Tänze wurden symbolhaft für meine Versuche, meinen Platz in der türkischen Kultur zu finden, und die Rhythmen haben Einzug in meine Musik gefunden. insa /damat ist eine Klang-Erkundung der türkischen, vor allem thrakischen Hochzeitstanzmusik, und eines Bräutigams, der sich darum bemüht, die damit verbundenen Rituale und Erwartungen in einer fremden Kultur zu bewahren.
Der Titel stammt aus der Daft Punk HUMAN/ROBOT-Dialektik nach einem wiederkehrenden Traum, in dem das behelmte Duo in der Tat begann, thrakische Hochzeitsmusik bei meiner eigenen Hochzeit zu machen.“ Pieter Snapper
Pieter Snapper ist US-amerikanischer Komponisten, Tonmeister und Musikproduzent und lebt und arbeitet in Istanbul seit 9 Jahren. Er studierte Komposition bei Andrew Imbrie und Edwin Dugger an der University of California, Berkeley, und mit Ralph Shapey und Howard Sandroff an der University of Chicago. Seine Kompositionen wurden einer breiten Öffentlichkeit bekannt, haben zahlreiche Auszeichnungen und Provisionen von BMI, ASCAP, UC Berkeley, der Yamaha Corporation of America und der Fromm-Stiftung an der Harvard University erhalten. Zuvor in der Fakultät des Oberlin College Conservatory of Music, ist Snapper einer der Begründer des MIAM (Center for Advanced
Music Research) an der Technischen Universität Istanbul. Er leitet die MIAM Studios, die zu den wichtigsten Recording- und elektroakustischen Fakultäten in der Türkei gehören. Snappers jüngstes musikalisches Output erstreckt sich von Orchestermusik und experimentelle Musik bis hin zu Laptop-Live-Aufführungen, die das Spektrum von Noise- Collage bis hin zu Elektro-Clash verfolgen. Hinter dem Laptop arbeitet er unter dem Namen Soqrmom.
REUBEN DE LAUTOUR Karaoke (2000 - 2008) Elektronik Istanbul, NZ UA
Karaoke ist eine Reihe von intermedialen Werken, mit denen de Lautour im Jahre 2000 begann. Die Werke basieren alle auf einem einfachen Prozess: audio-visuelle Aufnahmen von Interviews zu verschiedenen Themen werden zeitlich gestreckt bis zu einem Extrem, an dem die prosaischen Qualitäten der Rede zu melodischen werden, während die Gesichts-Mikro-Ausdrücke langgezogen werden. Das Ziel besteht darin, die subtextuelle Ebene der Ausdruckskraft und Erzählung in der menschlichen Sprache und Gestik zu erfassen und diese mit zusätzlicher Musik und Grafik zu verstärken.
Reuben de Lautour ist in Neuseeland geboren und arbeitet als intermedialer Künstler in Istanbul. Er lehrt digitale Kunst-, Musikproduktion und Komposition am MIAM der der Technischen Universität Istanbul. Er produzierte für das Istanbuler Electronica Label Elec-Trip Records sein Solo-Tanz-Projekt "Orange" und ist Mitglied der Electro-Rockband "Zi Punt". Bevor er in die Türkei kam, studierte er Komposition bei Paul Lansky an der Princeton University, wo er derzeit sein PhD in Komposition beendet.
In Kooperation mit dem MIAM Studio in Istanbul. In Kooperation mit dem MIAM Studio in Istanbul. Spezieller Dank an Gungor und Ilhan Mimaroglu, Borusan Istanbul, Tolga Tuzun und Philip Samartzis.
METIN & KEMAL KAHRAMAN
Metin Kahraman Gesang, Gitarre Istanbul
Mübin Dünen Ney, Backvocal Istanbul
Ahmet Tirgil Violine, Backvocal Istanbul
Umut Kahraman Viola, Backvocal Istanbul
Kemal Kahraman Saz, Gesang Berlin
Mavis Güneser Gesang Berlin
Dersim, die Heimat der Brüder Metin und Kemal Kahraman, ist das Zentrum der ethnischen Gruppe der Zaza. Hohe Berge, durch die der Munzur und andere Quellflüsse des Euphrat fließen, prägen die ostanatolische Provinz Dersim (heute Tunceli). Die bis heute mündlich tradierte Kultur der Zaza bewahrt in ihrem kulturellen Gedächtnis zahlreiche Märchen, Gebete und Mythen, deren Wurzeln bis zum Gilgamesch-Epos reichen. Das zur iranischen Sprachfamilie zählende Zaza gilt neben dem Hewremani zu den vom Aussterben bedrohten Sprachen, die der Sprache des zoroastrischen “Avesta”- Korpus am nächsten kommen. Zazaki wird weltweit von etwa 5 Millionen Menschen gesprochen. Metin und Kemal Kahraman führen seit etwa 15 Jahren musikethnologische Studien durch, indem sie Lieder, Märchen und mythologische Geschichten sammeln und aufzeichnen. Auf Grundlage dieser Arbeit entstanden vier Alben, die die authentische Musik und religiöse Literatur Dersims dokumentieren. Darüber hinaus entstanden vier
Alben mit eigenen Kompositionen, Liedern und Instrumentalstücken. Da die Kahramans
in zwei Sprachen, Zazaki und Türkisch, aufgewachsen sind, drücken sie sich in ihrer Musik ebenfalls zweisprachig aus. Auch bei ihren eigenen Kompositionen schöpfen die beiden Musiker aus dem Reichtum der Kultur Dersims. Sie lassen alte Mythen wie denjenigen des Flusses Munzur oder des heiligen Berges Düzgün Bava wieder aufleben, oder sie erzählen die Geschichte einer Begegnung zwischen einem Bauern und einem Bären. In ihren Kompositionen verbinden sie traditionelle Elemente mit Formen und Instrumenten westeuropäischer Musik. Der 1963 in Dersim geborene Gitarrist, Sazspieler und Sänger Metin Kahraman lebt in İstanbul. Sein drei Jahre jüngerer Bruder Kemal Kahraman lebt seit 1996 in Berlin. Er singt ebenfalls und spielt die anatolischen Saiteninstrumente Saz und Cura. Die Kahramans arbeiten mit Musikern aus der Türkei und Deutschland zusammen.
Kreuztanbul Party
AYYUKA Istanbul Berlindebut
Experimenteller Avant-Rock
Özgür Yılmaz Gitarre
Ahmet Kul Gitarre
Altan Sebuktekin Bass
Alican Tezer Drums
Ayyuka begannen im Gymnasium Musik zu machen und zu improvisieren, mit dem Gitarristen Özgür Yilmaz und dem Bassist Altan Sebuktekin. An der Universität in Eskipehir kamen Gitarrist Ahmet Kul und Schlagzeuger Alican Tezer hinzu. Die Gruppe spielte Cover-Versionen von Rocksongs und improvisierte. Identisch mit Bedeutungen wie die ‚Offenbarung eines Geheimnisses’ oder ‚Höhe zum höchsten Punkt des Himmels’, huldigen Ayyuka ihren Namen und dessen Konnotationen. Ayyuka's Musik ist nicht nur eine einfache Verknüpfung von westlichen Musik, leicht gemischt mit lokalen Motiven. Verschiedene Arten von Musik wie Arabesque, Punk, Surf, Psychedelic Rock und Funk verschmelzen akribisch. Ayyuka's Debüt-Album "Ayyuka" erschien auf dem Label Doublemoon Records im Jahr 2007. Ihre Musik erhielt populäre Bewertungen von renommierten türkischen Zeitungen und Zeitschriften wie Hürriyet, Sabah, Radikal, Cumhuriyet, Rolling Stone, Bant, Roll, Turkish Daily News, Billboard, Istanbul Time out u.a. Die Band hat seine Fans auf Festivals wie Rock N Coke 2007, Masstival 2008, MTV Alternative Nation 2008, Fest the Wall 2007, Rock Istanbul 2005 oder in Clubs wie Babylon, Studio live, Balans, Roxy oder Peyote gefunden. Die Band hatte einen erfolgreichen Höhepunkt als Vorband von Sonic Youth und Jonathan Richman. Sie arbeiteten zusammen mit renommierten Künstlern wie Erica Glyn, Replikas, Baba Zula, Gevende, Hyko Cepkin, Ceza, Fairuz Derin Bulut oder Smadj.
DJ ARKIN ALLEN TRIBAL TRIO aka Mercan Dede Istanbul Berlindebüt
DJ Arkin Allen Elektronik, Ney, Bendir, Visuals (Artistic Director)
Guven Celikkaya Klarinette, Trompete
Onur Il Perkussion
Das DJ ARKIN ALLEN TRIBAL TRIO ist das Club-Projekt von Arkin Allen aka MERCAN DEDE, das im Gegensatz zu "Secret Tribe" eher Partycharaker hat und zum Tanzen einläd. Auf ein größeres Ensemble und Tänzer wird verzichtet. In der kompakten Form mit ARKIN ALLEN als DJ, der auch Nai und Bendir spielt, einem Perkussionisten und einem Klarinettisten/Trompeter ist die Musik elektroniklastiger und klar in Richtung Upbeat orientiert.
Mercan Dede ist ein begnadeter Musiker, der unter anderem Nai (Rohrflöte), Bendir und Zarp spielt, als DJ und Produzent aktiv ist und in den letzten Jahren sechs Soloalben veröffentlicht hat. Er steht für eine einzigartige Mischung aus elektronischen Sounds und traditioneller türkischer Musik. Das Besondere an seiner Musik ist das Tranceartige, an der Musik der Sufis orientierte, betont durch tanzende Derwische bei seinen Live-Performances. Mercan Dedes neues Album "800" hat nicht nur ein atemberaubend schönes Artwork, sondern bedeutet für den Künstler die Beschreitung neuer musikalischer Wege: die Zahl 800 bezieht sich auf den 800. Geburtstag von Mevlana (auch “Rumi” genannt), einen der bekanntesten islamischen Mystiker. Um diesen Geburtstag gebührend zu feiern, hat sich Dede viele internationale Musiker-Kollegen ins Studio eingeladen und ein Album rund um das zentrale Thema "Frieden" aufgenommen. Unter den Gästen: Mich Gerber (Bass), Ziya Tabassian (Percussion), Shankar Das (Dolak & Tabla), Shen-Qi (Erhu), Ben Grossman (Hurdy-Gurdy), Tanya Evanson (Spoken Words) und türkische Künstler wie Ceza (Vocals), Yildiz Tilbe (Vocals), İsmail Tuncbilek (Baglama) und Goksel Baktagir (Kanun). Seit mehreren Monaten ist "800" in den Top 10 der World Music Chartes Europe schon zweimal auf Platz Eins. Auch live kommt die Magie von Mercan Dede’s Musik hervorragend zur Geltung. Bei der Womex 2002 in Essen war der Auftritt des zwischen Istanbul und Montreal wandelnden Klangmagiers zweifellos eines der Highlights der Weltmusikmesse, und es folgten Einladungen zu führenden und verschiedenartigen (Jazz, Weltmusik, Electronic) europäischen Festivals wie dem Montreal Jazz Festival (Canada), Horizonte Festival (Deutschland), Stimmen Festival (Deutschland), Jazz à la Villette (Frankreich), Montreux Jazz Festival (Schweiz), Paléo Festival (Schweiz), Ars Electronica (Österreich) und vielen mehr. In der Türkei ist Mercan Dede inzwischen ein großer Star, der „Derwisch für die moderne Welt“ (wie eine große türkische Zeitung schreibt), der selbst in entlegenen Regionen in großen Hallen spielt. Ob als DJ Arkin Allen, oder als Bandleader von Secret Tribe - mit Elementen aus Visual Arts, Tanz und Theater, Mercan Dede berührt die Seele durch seine Art - seine Musik kommt und geht in Wellen.
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