26.08.2008 17:21
Yoko Ono
Grapefruit, a book of instructions and drawings (1964/1970)
incidental music 7. Berliner Projekt
20.09.2008 7:30 - 8:30 Uhr und 17:00 - 18:30 Uhr Performance 13:00 - 17:00 Uhr Ausstellung
Japanischer Garten (Eingang Eisenacher Straße
Eintritt frei / Eintritt zu den Gärten: 3 Euro)
Gerne weise ich Sie auf ein Projekt hin, welches das epochale Frühwerk der Komponistin und Künstlerin Yoko Ono aus den 1960er Jahren vorstellt. Während eines ganzen Tages realisiert das Ensemble 'Incidental Music' (Berlin / Bruxelles / Zürich) Yoko Ono's Music Instructions' aus der Textsammlung
"Grapefruit".
Als idealen Projektort wurde der japanische "Garten des zusammenfliessenden Wassers" in den "Gärten der Welt" in Berlin-Marzahn ausgewählt.
http://www.wandelweiser.de/incidentalmusicberlin08
Projektbeschreibung
Die MUSIC INSTRUCTIONS (1953-1968) von Yoko Ono.
Incidental music widmet sich in ihrem 7. Berliner Projekt Yoko Ono‘s MUSIC INSTRUCTIONS aus der epochalen Textpartiturensammlung GRAPEFRUIT, A BOOK OF INSTRUCTIONS AND DRAWINGS.
In den Berliner und Zürcher Projekten von incidental music der letzten Jahre wurden immer wieder einzelne der MUSIC INSTRUCTIONS von Yoko Ono aufgeführt.
Incidental music setzt nun einen Fokus auf diese äußerst schwierig zu realisierenden Texte, deren oft überraschende Poetik mitunter jeglichen Präsentationsrahmen zu sprengen vermögen.
An einem langen Tag werden sämtliche der MUSIC INSTRUCTIONS und einige weitere Texte aus GRAPEFRUIT vorgestellt. Verschiedenste Strategien der Präsentation werden hierbei erarbeitet, dies vor dem Hintergrund, dass nicht wenige der Texte in der Tat nicht unmittelbar aufführbar sind und sich in der Folge auf einer Ebene der Information und der daraus resultierenden Imagination bewegen. Yoko Ono selbst meint hierzu: I think of my music more as a practice (gyo) than a music. The only sound that exists to me is the sound of my mind.
Es geht also zunächst einmal darum, bei jeder der über 60 Textpartituren Möglichkeiten einer „Überführung“ in Richtung des Rezipienten zu prüfen. Der neutralere Ausdruck der „Überführung“ ist bewusst gewählt, denn, selbst die Weitergabe einer Partitur als Information entgeht dem Performativen nicht.
Die vielfältigsten, aber jeweils äußerst präzis eingesetzten Mittel der Performance, Lesung, Ausstellung, Information aber wesentlich auch der Tageszeiten und Außenräume, werden eingesetzt, um diesem epochalen Werk so umfassend wie möglich gerecht zu werden.
Des Weiteren setzt Incidental music im Allgemeinen bei der Frage nach den kompositorischen Entscheidungen, welche die einzelnen Werke leiten, an. Selbst wenn die Überwindung von Grenzen der Medien, Genres und Kontexte in den Sechziger Jahren ein zentraler Punkt war, geht es mehr als 40 Jahre später wohl eher darum, ein genuin ‚kompositorisches‘ oder ‚musikalisches‘ Potential herauszuarbeiten:
Wie ist die Beschaffenheit des ‚kompositorischen Materials‘, das wir erleben können, und in welchem Verhältnis steht es zur Form, welche jede Realisierung mit sich führt, selbst wenn diese sich nur im Bewusstsein oder der Imagination ereigneten?
Ist diese oft ganz neuartige Materialität jener Epoche, welche gerade bei Yoko Ono in besonderem Masse hervortritt, eher zeitverhaftet und also mittlerweilen mit einer Patina geschützt, oder stoßen wir hier nicht vielmehr auf ein Materialdenken, welches mit einer neuen Ökonomie der Sinne, in der Tat mit einer frühen Ökologie, hervortritt?
Nicht mehr der Überwindung herkömmlicher Grenzen der Präsentation, sondern dem Potential einer bestimmten Überwindung im Denken selbst gilt unsere ganze Aufmerksamkeit.
Yoko Ono (New York City)
Geboren 1933 in Tôkyô. Studium (Klavier und Komposition) an der Jiyu-gakuen Music School in Tôkyô.
Erste Komposition 1955 Secret Piece.
1956 bis 1964 bewegt sie sich zwischen Tôkyô und New York City und wird als frühe Pionierin des Fluxus spätestens mit der Publikation der Textpartituren-Sammlung Grapefruit und mit den Aufführungen von Cut Piece Mitte der Sechziger Jahre zu einer der einflussreichsten Performance-KünstlerInnen.
Die MUSIC INSTRUCTIONS (1953-1968) von Yoko Ono.
Incidental music widmet sich in ihrem 7. Berliner Projekt Yoko Ono‘s MUSIC INSTRUCTIONS aus der epochalen Textpartiturensammlung GRAPEFRUIT, A BOOK OF INSTRUCTIONS AND DRAWINGS.
In den Berliner und Zürcher Projekten von incidental music der letzten Jahre wurden immer wieder einzelne der MUSIC INSTRUCTIONS von Yoko Ono aufgeführt.
Incidental music setzt nun einen Fokus auf diese äußerst schwierig zu realisierenden Texte, deren oft überraschende Poetik mitunter jeglichen Präsentationsrahmen zu sprengen vermögen.
An einem langen Tag werden sämtliche der MUSIC INSTRUCTIONS und einige weitere Texte aus GRAPEFRUIT vorgestellt. Verschiedenste Strategien der Präsentation werden hierbei erarbeitet, dies vor dem Hintergrund, dass nicht wenige der Texte in der Tat nicht unmittelbar aufführbar sind und sich in der Folge auf einer Ebene der Information und der daraus resultierenden Imagination bewegen. Yoko Ono selbst meint hierzu: I think of my music more as a practice (gyo) than a music. The only sound that exists to me is the sound of my mind.
Es geht also zunächst einmal darum, bei jeder der über 60 Textpartituren Möglichkeiten einer „Überführung“ in Richtung des Rezipienten zu prüfen. Der neutralere Ausdruck der „Überführung“ ist bewusst gewählt, denn, selbst die Weitergabe einer Partitur als Information entgeht dem Performativen nicht.
Die vielfältigsten, aber jeweils äußerst präzis eingesetzten Mittel der Performance, Lesung, Ausstellung, Information aber wesentlich auch der Tageszeiten und Außenräume, werden eingesetzt, um diesem epochalen Werk so umfassend wie möglich gerecht zu werden.
Des Weiteren setzt Incidental music im Allgemeinen bei der Frage nach den kompositorischen Entscheidungen, welche die einzelnen Werke leiten, an. Selbst wenn die Überwindung von Grenzen der Medien, Genres und Kontexte in den Sechziger Jahren ein zentraler Punkt war, geht es mehr als 40 Jahre später wohl eher darum, ein genuin ‚kompositorisches‘ oder ‚musikalisches‘ Potential herauszuarbeiten:
Wie ist die Beschaffenheit des ‚kompositorischen Materials‘, das wir erleben können, und in welchem Verhältnis steht es zur Form, welche jede Realisierung mit sich führt, selbst wenn diese sich nur im Bewusstsein oder der Imagination ereigneten?
Ist diese oft ganz neuartige Materialität jener Epoche, welche gerade bei Yoko Ono in besonderem Masse hervortritt, eher zeitverhaftet und also mittlerweilen mit einer Patina geschützt, oder stoßen wir hier nicht vielmehr auf ein Materialdenken, welches mit einer neuen Ökonomie der Sinne, in der Tat mit einer frühen Ökologie, hervortritt?
Nicht mehr der Überwindung herkömmlicher Grenzen der Präsentation, sondern dem Potential einer bestimmten Überwindung im Denken selbst gilt unsere ganze Aufmerksamkeit.
Yoko Ono (New York City)
Geboren 1933 in Tôkyô. Studium (Klavier und Komposition) an der Jiyu-gakuen Music School in Tôkyô.
Erste Komposition 1955 Secret Piece.
1956 bis 1964 bewegt sie sich zwischen Tôkyô und New York City und wird als frühe Pionierin des Fluxus spätestens mit der Publikation der Textpartituren-Sammlung Grapefruit und mit den Aufführungen von Cut Piece Mitte der Sechziger Jahre zu einer der einflussreichsten Performance-KünstlerInnen.
Quelle:
Normisa Pereira da Silva